Freitag, 7. April 2017

T.G.i.F. - von dicken Eiern. Und anderen

Tach auch Liebeleins. Willkommen in unserer kuscheligen Freitagsrunde. Ich sach et direkt: laatste keer vor Ostern. Zeit will eingeteilt sein. Erst recht die vor Feiertagen. Schließlich muss man ja sehen, dass man genug Hamster abbekommt, bevor all die anderen Überlebenskünstler wieder die Regale leeren.

Allet schick und schön soweit? Hier plätschert es so vor sich hin. Zum Glück. Nach all dem Gedriss der letzten Wochen ist der uns und die halbe Whisteria Lane diese Woche heimsuchende Netz-Murphy ja schon kaum noch erwähnenswert. Was soll es auch? So kann man seinen Abend auch gestalten. Braucht man halt für eine 45minütige Serienfolge einen ganzen Abend. Black Mirror für den Hausgebrauch sozusagen (sehr empfehlenswerte Anthologie-Serie im übrigen. Findet sogar der Endlich20)

Und noch eine andere wirklich rundum coole Serie habe ich gefunden. Dank aufmerksamen Studiums der Twitter-Timeline. Designated Survivor mit the one and only Kiefer Sutherland. Richtig richtig gut. Nicht so gut wie Borgen, aber wie House of Cards durchaus. Nur mit umgedrehten Vorzeichen. Kommt einem in diesem trumpeligen Zeiten vor wie Utopie. Wir jedenfalls sind begeistert. Vielleicht mach ich dazu noch einen separaten Serientipp. Vielleicht aber auch nicht. Fanden bedauerlicherweise wenig Resonanz, meine bisherigen Tipps. Sind wohl zu klandestin. ( Achtung, neues Lieblingswort, musste unbedingt untergebracht werden) unter all dem medialen Entrüstungsgesäusel. Tjanun. Merke: Carpe tempus. Für's Seriengucken. Nicht für's drüber schreiben.

Schreibend reihe ich mich dann vielleicht doch besser in die Riege der Meckerer ein.  Bringt auch mehr Favs. Persönlich ausprobiert dieser Tage. Aber erfreulicherweise wird im Zwitscherwald gerade unter dem Hashtag #Fahrradalltag tatsächlich über Zustände gemeckert, die ich a) alle so bestätigen kann und über die ich mich b) ebenfalls aufrege. Seit Jahr und Tag. Die Fahrradsaison hat begonnen. Also nicht für mich. Ich unterbreche meine Saison ja allenfalls bei Glatteis, dänischer Hightech-Klamottage sei Dank. Aber egal, ob Saison oder nicht: Es bleibt eins der letzten Abenteuer unserer hochtechnisierten Zeit, sich mit de Fiets in den Strassenverkehr zu begeben. Ich sage es immer wieder: Autofahrer, Fußgänger, Motorradfahrer etc. würden eher mit einem plötzlich auftauchenden Alien zurechtkommen als mit einem Fahrradfahrer. Zumindest in Ruhrpott-Cities.

Da wird aus Parklücken ausgeschert, da werden Autotüren aufgerissen, ohne auch nur auf die Idee zu kommen, dass ein Fahrradfahrer den Radweg tatsächlich benutzen könnte. Da betrachten Gassigeher versonnen die Haufen, die ihre Wuffis dekorativ auf den Radweg malen, andere beschweren sich, wenn man klingelt, weil das doch die armen freilaufenden Hunde so erschreckt. ( wenn ich nicht dieses unerklärliche Hundeflüsterer-Gen hätte, heil wäre ich heute nicht mehr). Wieder andere hören kopfhörerbedingt beim Joggen auf dem Radweg nicht einmal die bemerkenswert schrille Hammer und Schlegel Ruhrpottklingel, die mir Drachentöters dankernswerterweise für die Klingelversion von "Wir machen den Weg frei"  verehrten.


Denn wo soll man sonst joggen? Auf dem Gehweg etwa? Aber woher? Man hat die Straße doch schließlich mit bezahlt mit allem, was dazu gehört. Wenn ich für jeden Umwegkilometer, den ich aus all diesen Gründen täglich fahre, um möglichst viel des Weges halbwegs sicher zurücklegen zu können, wenn ich für jeden dieser Kilometer eine Eurone bekäme, Leute, wir könnten eine Party feiern. Ach was sag ich, Party. Orgie! Und selbst auf diesen Umwegen! Die Übersetzung von "nur für Landwirtschaft, Fußgänger und Radfahrer" lautet im Ruhrpott: "Bestens geeignet für Macker in tiefergelegten FremdschämKarren mit Testosteronüberschuss und kleinen Pimmeln" Und ganz aktuell, gerade beim Einkaufen festgestellt: Mehr Ständer würden dem Land gut tun. Im Alltag sowieso. Aber auch im Fahrradalltag. So genug aufgeregt. Der Adrenalinspiegel passt. Reicht, um zu wühlen und sie zusammenzustellen:

Eure Statistik:

Satz der Woche: Erinnerungen sind der Grund für so vieles. (©Birgit Haase)
Stoßseufzer der Woche: Ab 48 ist Fußnägel schneiden wie Sex: Du stöhnst wie verückt,
 dauert ewig und am Ende haste Rücken (©RitaLin auf Twitter)
True Story von Belang der Woche: "Seit wann isst Du Salat?" - " Das ist doch kein 
Salat, das ist Rucola" ( Dinnertalk mit dem Endlich20 )
Rezension der Woche. Lese jetzt "Duden". Völlig unzusammenhängender Roman. 
Was ist mit dem Aal vom Anfang passiert ( © Burenheidl auf Twitter)
Ausweg der Woche: Alkohol macht Menschen hübsch. Kaffee macht
sie erträglich. (©Dr.Veterinaer auf Twitter) 
Erfahrungsbericht der Woche: "Voll schön, dieses Wetter. Man ist morgens direkt viel fitter 
und man hat viel bessere Laune! Herrlich!!" "Halt die Fresse!" (©Kikakate auf Twitter)
Frommer Wunsch der Woche: was wäre das praktisch, wenn man für blöde Tage 
einen Ersatzspieler hätte, zu dem man 
sagen könnte: "Geh Du!" ( © SonjaInScheerer auf Twitter)
Held der Woche:  hat einen Drinktastic Sauf über 2,5 Liter Jever in 27m 28s mit 
der Drinktastic PRO App absolviert. (©KTacki auf Twitter)
Prophetin der Woche: iiiiiih wie fies. Das ist ja eine 5-Tage-Woche. Das muss 
nächsten Montag aber anders werden. (©Trixelinchen auf Twitter)

Allen ein schickes Wochenende.
Sucht keine Eier, die ich nicht auch finden wollen würde.

Wie immer gilt: Wer Tippfehler findet, kann sie behalten.
Links auf Nachfrage

Freitag, 31. März 2017

T.G.i.F. - nach den Murphy Festspielen

Tach auch Liebeleins. Na, watt macht Euer Sommerzeit Jetlag? Bei mir hat er mit Verspätung zugeschlagen, am Wochenende hatte ich #ausGründen keine Zeit, das zu merken. Da war ich eh dauermüde. Aber dafür jetzt.... Aber immerhin - bitte. Die Sommerzeit gibt sich alle Mühe, ihrem Namen gerecht zu werden. Richtig warm da in diesem draußen. Ich sitze hier tatsächlich schon im neuen SweatShirt-Kleidchen mit naja mittellustigem Motiv. Aber der Bequemlichkeit ist das dienlich. Sehr sogar.



Einen bequemen, relaxten Tag - den hab ich mir auch echt verdient. Die letzten Wochen hatten es in sich. Aber sowatt von. Hashtag Hochwasser. Solches und solches. Ihr wisst schon. Dazu kam der Akku-Murphy zu Besuch und der Heizungsteufel gab sich auch zur Abwechslung mal wieder kurz die Ehre. Ist ja immer so. Wenn, dann alles auf einmal. Aber so langsam kehrt hier wieder Alltag ein. Dringend gewünscht und benötigt.

 
Denn in Folge dessen war hier im Palais so ziemlich alles liegen geblieben. Nicht nur diese Kolumne. Hempels sind dagegen Großmeister der Ordnung. Also hieß es gestern Zähne zusammenbeißen, Ärmel hochkrempeln und ab durch die Wischmopp-Mitte. Von Kölsche Wisch hatte ich jetzt genug, also einmal richtig Frühjahrsputz. Mit allem Zipp und Zapp. In einem durch in 9 1/2 Std. Und heute tut mir alles weh. So alt kann ich gar nicht mehr werden, wie ich mich fühle. Aber egal. Besser als wenn ich heute nochmal ran gemusst hätte. Weh hätte auch nach  nur vier Stunden Putzen alles getan....  Und das Gefühl, alles tacko und feddich zu haben, ist ja auch ganz schön. Zeit, die nächste to-do-Liste zu schreiben. Ostern steht schließlich vor der Tür und unter dem Eindruck dessen, was war, haben wir kurzerhand erstmal die ganze Familie zum großen Brunch eingeladen. Weil wir es können und weil es geht. Wer weiß, was kommt. Dazwischen hatten wir noch einen Jubeltag. Der studentische Heimschläfer ist ein Endlich20! Glaubt man es? Ich bin keine Teenager-Mama mehr. Ich sach doch, ich werde alt. Begangen haben wir diesen Ehrentag nur im kleinen Kreis, einstürzende Neubauten inclusive.

War sonst noch was?  Privat nicht wirklich. Reicht ja auch. Aber so eine klitzekleine Randnotiz zum Weltgeschehen muss ich dann doch noch loswerden. Nein, nicht zum Brexit - da lass ich man schön andere selbsternannte Untergangspropheten rumblöken. Mir reicht ein Blick auf den Dax des Tages, um meine feste Meinung dazu zu untermauern. Nein, ich muss nochmal auf das Ganzkörper-Doppelkinn zurückkommen. So sorry. Aber seit dieser Krönungsmesse im Januar lässt mich das nicht mehr los. Seit neuestem schaue ich mir für die geregelte Zufuhr gepflegten Gruselns schon regelmäßig den Twitter-Account von Ivanka-Barbie an. Wann bitte schnipst mal endlich einer mit den Fingern und löst diesen Prank auf? Wo ist Frank Underwood, wenn man ihn braucht? Ich würde ihn ohne Zögern eintauschen wollen.

Denn wisst Ihr, wie weit es schon gekommen ist? Auf den letzten Metern vor der Bundestagswahl fange ich an, gepflegte Sympathien für Mutti zu entwickeln. Ohne Ironie. Ich war ehrlich froh, dass unser Land zum Antrittsbesuch keine Heißdüse schicken musste, sondern die Hohepriesterin des Stoizismus. Aber selbst ihr gelang es nicht in jedem Moment, ihre Gesichtszüge vollends unter Kontrolle zu halten. Habt Ihr diesen Blick gesehen? Als der Trumpel den knapp daneben ist auch vorbei Lauschangriff Joke machte? Oder als Barbie in der Konferenz auftauchte und den Papi bat, heute doch mal neben Mutti sitzen zu dürfen? Wenn dieser Blick nicht " Wer ist das und wenn ja, wieviele" fragte, dann weiß ich auch nicht. However - dafür weiß ich, dass sie wie immer schick und schön ist. Eure

Statistik: 

Erinnerung der Woche: "ich hab keine Lust" - "Dann gehst Du halt ohne Lust..."
 #Sprüche aus der Kindheit (©MiniMaid auf Twitter)  
Erkenntnis der Woche: Ich bin gar nicht so hart im Nehmen.
 Ich bin nur geübt im Durchhalten. (©Silentwrite auf Twitter) 
Cookie der Woche: Nur noch 286mal meiner Mama erklären, dass sie nicht 
von der DVBT Umstellung betroffen ist, und dann ist auch schon Weihnachten. 
Vergleich der Woche: "Ich verzichte in der Fastenzeit auf Alkohol". Ganze sechs Wochen! 
Millionen Mütter und Schwangere applaudieren langsam. (©Chiplara auf Twitter) 
Finale Bewegung der Woche: Und wech iss se. Die Kastanie
Unerträglichkeit der Woche: Kapriziöses Ego-Theater
(Weit verbreitet auch in nicht gedruckter Form.) 
Stoßseufzer der Woche: Früher wollte ich immer reich und berühmt sein. 
Heute wäre ich gerne einfach nur WACH! (©MeinolfsSchwester auf Twitter) 
Verleser der Woche: Das Wort "Laptopakku" lesen und denken:
 "Ach, wieder was finnisches." (©Grindcrank auf Twitter) 
Beschluss der Woche: Mein Blut legt 14km pro Minute zurück... 
Das ist ja wohl als Sportpensum mehr als ausreichend.
 (©Trixelinchen auf Twitter. Und - jawohl ja. Seh ich auch so. ) 
Gratulation der Woche: Trump gratuliert Merkel zum Sieg im Saarland. Kurz 
darauf beglückwünschte er Sandy P. aus Halle zur Wahl als 
Klassensprecherin der 3b. (©die Heutehow auf Twitter ) 
Mein Mantra der letzten Wochen: 
:


Allen ein schickes Wochenende. 
Lasst keinen Murphy rein, den ich nicht auch reinlassen würde. 

Wie immer gilt: Wer Tippfehler findet, darf sie behalten. 
Weitere Links auf Nachfrage.   


Sonntag, 19. März 2017

Und wech iss se - die finale Bewegung der Kastanie

Ja, echt mal. Ist denn schon wieder März? Ist denn schon Frühling? Steht schon wieder die erste schwere Trennung des Jahres an? Jawoll, ja. Es ist zwar draußen noch nicht ganz so einladend, so dass wir auch dieses Jahr die herzerwärmelnde Knolle wieder mal nur über den Zaun ins Grüne hin bewegt haben. Aber der Symbolik ist Genüge getan und wie immer wird es ganz bomfationös funktionieren: Ab sofort ist Frühling.

Klassischer Fall von zu früh gefreut
Da geht sie hin und bewegt den Frühling

Liebe Grüße an alle Mitbewegten und an Theobromina ein dickes Danke für die Organisation der Bewegung. Es war uns wie immer eine Freude und an grauen Wintertagen ein bewährter Trost .



Freitag, 17. März 2017

T.G.i.F. - durch und durch oranje

Tach auch Liebeleins. Harteliljk welkom in unserer kleinen Freitags-Runde. Allet im Lack soweit? Schon irgendwie oder? Die ersten süßen Kirschen in Nachbars Garten blühen, einen richtig feinen Frühlingstag hatten wir bereits, den ich zur Feier der geilsten Stadt der Welt mit einer uitgebreide Fietstour an den Kanal verbracht habe.

Mittagspause am Kanal - leider auf der falschen Seite des Stegs,
aber wir arbeiten ja dran. 
Und eine Woche, die damit endet, dass Mark Rutte zum Helden Europas erklärt wird, kann nicht die schlechteste sein. Nicht, dass ich jetzt zwingend so der Riesen-Fan von Rutte wäre, aber angesichts schmierlappiger Alternativen kann ich gut damit leben, wenn der holländische magic Mark der Held ist. Nur gut, dass die Holland Wahl, der man vorher signalgebende Wirkung attestierte, die erste war. Auf die Holländer ist in Sachen Liberalismus ja doch immer noch am ehesten Verlass. Und die Farbe orange, die ja in der letzten Zeit eher einen trumpelig schlechten Ruf hatte, haben sie so ganz en passant auch rehabilitiert. Heel bedankt, Nederland!

Spannend war sie ja, die Woche. Als wir am Samstag morgen Domburg verließen, dudelte im Auto der Lieblingssender aller guilty pleasure Freunde, Radio Veronica. Spielt ausschließlich Musik und handelt die Nachrichten grundsätzlich in genau einer Minute ab, wahnwitziges Sprechtempo wohl einzige Einstellungsvoraussetzung für diesen Job. Meistens versteh ich das Wichtigste, also Wetter und Staumeldungen, aber Samstagmorgen zweifelte ich sehr an meinen Sprachkenntnissen und sagte zum Gatten: "Also, ich hab gerade verstanden, die haben dem türkischen Minister die Landeerlaubnis in Rotterdam verweigert und der musste umdrehen. Weil die Holländer sich nicht erpressen und sich nicht alles bieten lassen. Aber was der jetzt genau gesagt hat, keine Ahnung" Hahaha.  Von wegen. Ganz supere Sprachkennntnisse hab ich da. Alles richtig verstanden. Die Holländer. Sehr gut. Respekt. Und der Respekt setzte sich fort in dieser Woche. Vor der hohen Wahlbeteiligung, vor dem Ergebnis, nicht nur in Bezug auf die Hauptkontrahenten. Auch über das gute Abschneiden der Linksliberalen habe ich mich durchaus gefreut. Und wer jetzt sagt: Erstaunlich das alles. dem sage ich : Nein. Das war typisch holländisch, genauso kenne ich die Holländer, so ist es immer gewesen, genauso bin ich in meiner grenzgängerischen Jugend sozialisiert wurden. Wie sagte der Jurastudent gerade am Telefon? "Ich hab keinen Moment geglaubt, dass der Wilders erste Kraft wird. Nicht in Holland. Diese Umfragen waren fake news"

Ja, die Niederlande sind tolerant, weltoffen, aber auch pragmatisch. Das Lebensgefühl ist dort ein anderes, ein freieres, aber zugleich auch sichereres als in streng durchreglementierte deutsche Land, wo jeder Pups vorgeschrieben wird, weil der Bürger ja zu blöd ist. Aber wenn ein 16jähriger einer 15jährigen die Kehle durchschneidet, dann ist er eben schuldunfähig, weil leider schizophren. Und wegen Schizophrenie sperrt man ja keinen ein. Oder erlegt Erziehungsberechtigten eine besondere Aufsichtspflicht auf. Nein. Dann ist schlichtes vor die Tür gehen plötzlich pirvate Risikosphäre. Aber Hauptsache, unsere Staubsauger saugen normgerecht. Ich schweife ab. Aber ich könnte mich auch aufregen.... Ok. Zurück in's Land der Grachten. Dort funktioniert Liberalismus noch. Meiner Beobachtung nach aber nur, weil es einen ganz klaren Point of no Return gibt.  

Ich verdeutliche das mal an einem pupulären Beispiel: Den Coffee Shops. Auch wenn man mittlerweile in einigen Provinzen den Weed-Pass, die Ortszugehörigkeit nachweisen muss, um Drogentourismus zu vermeiden, die Coffee Shops gibt es immer noch. Nicht in den düsteren Ecken einer Stadt, sondern ganz normal mittendrin. Mit dem Charme einer Apotheke ausgestattet, mit viel Glück auch mit dem einer Teestube. Beratung inclusive. Völlig unaufgeregt und pragmatisch geregelt. Dafür sind aber z.B. Fixerstuben UNDENKBAR. Wer meint, er müsse sich mit harten Drogen ruinieren, bitte sehr. Aber staatlich gepampert wird er dafür nicht. Wer verrecken will, kann verrecken. Ende. Ähnlich wie mit Cannabis ist übrigens auch der Umgang mit Alkohol. Biertje und Wein gibt es im Supermarkt. Für harte Sachen muss man sich schon separat in einen Laden bemühen, in dem auch das Alter kontrolliert wird. In manchen Diskotheken oder Restaurants hat man da sogar unter 25 keine Chance. Die Folge: Komasaufen ist in NL eher unbekannt. Dafür kann man immer noch an schönen Sommertagen durchaus grasbeseelte Cliquen am Strand oder Bootsanlegestellen bei Love and Peace antreffen. Unschwer zu erraten, welche Variante mir besser gefällt. Und wie froh ich heute noch bin, dass ich genauso groß geworden bin.

Nun kann man natürlich fragen, wie es sein konnte, das Wilders so groß werden konnte. Meine Beobachtung in NL der letzten Jahre war, dass tatsächlich einiges aus dem Ruder zu laufen drohte bei der Integration. Auch die Niederlande sind vor der Krankheit namens falsch verstandener politischer Korrektheit nicht verschont geblieben. Man will ja ungern einen weltoffenen Ruf aufs Spiel setzen. Nicht alles wurde benannt und vielleicht wurde zuviel toleriert. Dazu kam in den letzten Jahren durchaus Zuzug von Menschen, die sich einen Scheißdreck für ihre neue Heimat interessieren. Und das ist in NL ein Ding, was gar  nicht geht. Wer dorthin emigriert, der kann zwar nach seiner Fasson glücklich werden, seine Religion und seine Kultur leben, aber er hat sich an die Gesetze zu halten, er hat holländisch zu lernen und zuallererst die liberalen Werte seines Gastlandes zu achten. Da verstehen die Holländer keinen Spaß. Und das haben sie diese Woche wohl eindrucksvoll klar gemacht. Ich habe schon lange gesagt, dass mir der holländische Weg in vielem besser gefällt und ich bin ganz glücklich, dass dies gerade in ganz Europa so gefeiert wird.

So. Punkt. Das lag mir auf der Seele. Das musste ich mal loswerden. Auch um den Preis, dass das TGiF somit außergewöhnlich monothematisch ausgefallen ist. So sorry. Sonst war auch nicht wirklich was. Und wenn doch, fällt es mir gerade nicht ein. Etwas thematisch ausgewogener dafür wie immer Eure

Statistik: 

Zahl der Woche: 13 ( s.Holland, siehe Schmierlapp ) 
Vokabel der Woche: Steembusstamper 
Gewissensfrage der Woche: Personal Coach vs. Personal
 Couch (©Evje van der Paskamer auf Twitter) 
Schublade der Woche: Es gibt zwei Typen Menschen:
 - die im Hotel wissen wollen, ab wann es Frühstück gibt. 
- die wissen wollen, bis wann es Frühstück gibt. (©Stgraunke auf Twitter 
Erkenntnis der Woche: Kommunismus endet bei €2500 netto. 
Atheismus, wenn das Flugzeug vibriert. Feminismus, wenn man diese SCHEISS WASSERFLASCHE nicht aufkriegt. (©Julia Singlesias auf Twitter)
 Stoßseufzer der Woche: Kinder denken, Erwachsene wissen genau, was sie tun 
und haben immer alles total im Griff. Ich weiß noch nicht mal, wo dieser
 doofe Griff ist. (©Trixelinchen auf Twitter) 
Dazu passend die Gebrauchsanweisung der Woche: 

Allen ein schickes Wochenende. 
Huldigt keiner Farbe, der ich nicht auch huldigen würde. 

Wie immer gilt: Wer Tippfehler findet, kann sie behalten. 
Links auf Nachfrage 

Montag, 13. März 2017

In Holland sagt man welkom en tot ziens




Und - schon wieder vorbei. Unsere traditionelle Woche Frühlingserwachen in Domburg. Das nach den grauen Tagen so sehnsüchtig begrüßte Tussendoortje. Endlich wieder aan de geliefde Noordzee. Durchatmen, Wellen, Licht, Luft, Sonne. Und zugegebenermaßen auch Regen. Aber nun. Das weiß man vorher, wenn man im März an die Nordsee fährt. Kann passieren. Und passiert auch. Aber - erstens gibt es ja bekanntlich kein schlechtes Wetter, nur ... genau. Und die unter dem Sternzeichen Bootsmann geborenen verfügen bekanntlich über genug wetterfeste Klamottage. Und - zweitens bläst an der See ja doch meinst ein krachtiger Wind und der bläst nicht nur die Wolken weg, sondern zwingt auch immer wieder die Sonne herbei. Und zum Schluß wurden wir dann auch mit zwei durchgehend sonnigen Tagen belohnt - der erste Sonnenbrand des Jahres ist immer noch der geilste.



Hollands windgeschützte Dünenplätze machen Sonnenanbetung auch bei unter 10 Grad möglich. Genau wie neu in Angriff genommene Karriere des Ruhebewahrers als Raupenflüsterer. ( Zum Glück war es nur der Raupi Rex und nicht wie erst befürchtet, ein Stück Trumpeltier-Toupet, welches sich auf meinen Mantel verirrt hatte)


 

Ansonsten gab es genau das, was geplant war: Viel, viel Fisch, noch mehr Pommes, Frikandel, Bitterballen, die ganze "einmal im Urlaub muss das Palette" halt. Viel Schlaf, viel Spazierengehen, Stöbern in den vielen schönen Geschäften, Strandcafés, Straßencafés - die verwaarmd terras der Holländer ist da unschlagbar. Nirgends genießt man een oude oder jonge Genever schöner.


Und am letzten Tag gab es auf dem Heimweg noch eine Stippvisite mit Holland-Shopping der besonderen Art. Aber wir sind standhaft geblieben. Auch wenn die immaterielle, emotionale Dividende natürlich äußerst verlockend ist.


Sehr viele Bilder haben wir dieses Jahr nicht gemacht, nachdem wir es so oft schon verewigt haben, reicht dann jetzt doch meist das ganz reale Genießen. Aber ein bißchen Ausbeute findet Ihr im GooglePlus Album Domburg 2017    ( samt Raupenflüsterer Video ) 

( Natürlich sind wir auch jetzt durchgehend mit den Gedanken in der geilsten Stadt der Welt, besonders in Rotterdam.  Und ja - zugegeben: es mutet eigenartig an, nach den Ereignissen des Wochenendes und vor den Wahlen hier einen Vrede, Vreugde, Pannekoeken-Niederlande-Eintrag zu posten. An anderer Stelle habe ich zu den eskalierenden Ereignissen auch bereits gezwitschert und werde es hier sicherlich auch noch tun. Aber zunächst für Mittwoch erstmal Glückauf, Niederlande. )