Sonntag, 5. Februar 2017

Daddy Revival

Ooooh Life... Life ist bigger, bigger than you.... Ach, hach. R.E.M.  Das fängt ja gut an. Wenn man direkt zur Begrüßung so auf die Tanzfläche gelockt wird. Sofort wissen wir wieder, wie es geht. Und wie es so war. Damals. Sind wir wieder da, wo wir früher immer mal wieder gerne waren. Es zuckt, es stampft, es rockt. Jeder, wie er mag. Jeder, wie er kann. Umfallen werden wir wohl kaum, da besteht keine Gefahr. Die Tanzfläche ist so gesteckt voll wie eh und je.


Wir sind im Moondock in Recklinghausen und die Discothek hat sicher nicht den Ruf einer Schicki-Micki-Edel-Zappelbude, aber das passt ja soweit. Das "Dock" veranstaltet einen Daddy Revival Abend. Mit den DJs von damals. Und wenn die eines konnten, dann konnten die gute Mucke. Einen guten Ruf hatten die Old Daddys auch nicht. Eher einen wie Donnerhall. Die Ruhries wissen, wovon ich rede. Von den Engeln an der Tür, den Mary-Jane-Schwaden und so weiter und so fort. Selbst die toten Hosen kannten es, das Ur-Daddy in Haltern. Unvergessen, vermisst bis heute. Ich war mehr im Duisburger Daddy zuhause, der abgeranztesten Location ever ever ever. Aber cool. Familiär und immer guter Stimmung. Selbst wenn die mal kippte.

Die Freundin wollte unbedingt zum Revival-Abend und wenn die Freundin mal was will, dann kriegt sie das auch. Das wollen wir doch mal sehen. Einmal Daddy-Mädchen, immer Daddy-Mädchen? Aber sowas von. Und erst unsere Männers. Gar nicht mehr runter zu kriegen waren sie von der Tanzfläche. Selbst der Ruhebewahrer machte seinem Namen keine Ehre und mutierte zum Tanzbären. Und irgendwie ist es auch witzig, dass wir Alten da im Moondock rumzappeln. Ist es doch sonst die Domäne unserer Jugend. Schock Deine Kinder, geh ins Moondock. Unsere Jungs waren auch erwartungsgemäß naja, mindestens irritiert. Das Dock liegt im Süden, ja genau da, unserer Stadt und wie gesagt, ein Edel-Laden ist das nicht. Die Disco befindet sich in der alten Lohnhalle der Zeche König Ludwig, der Zeche, auf der schon Blacky Fuchsberger seine Armmuskeln beim Flözen formte. Gestern war es dort ganz Daddy-mäßig entspannt und leger. Auch für die Betreiber des Dock ist das sicher ein nettes Event, die Leute alle gut drauf, zahlungskräftig, die Tanzfläche voll. Und falls es jemand interessiert: So abgeranzt wie die Daddys ist das Moondock lange nicht. Der Punkt geht an unsere Generation.

Und diese Generation amüsierte sich prima. Gebt uns eine Tanzfläche, gebt uns Dire Straits, the Smith, Fisher Z, dann sind wir glücklich. Dazwischen von mir aus auch den goldenen Reiter und - this ist not the time to wonder, this is just a time to fear. Meine Güte, hab ich dieses Lied damals geliebt. Was ging mir der Text immer schon nahe. Und heute erst! Ob die Furys das 1988 ahnten? Wie wahr sich dieser Text genau heute anfühlt? Die treten übrigens immer nochmal auf, sagt der Gatte, als ich glücklich und verschwitzt nach diesem Lied von der Tanzfläche komme. Naja, blöd nur, dass ich zwar dieses Lied geliebt habe, aber sonst hatte ich für die Mannen aus dem Slaughterhouse nicht ganz so viel übrig. Aber egal, jetzt sind wir erstmal hier. Mit allem, was wir noch so geben können. 14.902 Schritte zählt der Schrittzähler der Freundin, alleine in den Stunden ab Mitternacht. Und um halb vier nachts ruft das Kind an. Es macht sich Sorgen, weil wir noch nicht daheim sind, ob er uns abholen solle und überhaupt, hätten wir nicht mal seine WA Nachrichten gelesen. Tjanun. Kann er mal sehen, wie das so ist.

Im Mai gibt es eine Neuauflage. Der Termin ist schon im Kalender eingetragen. Passt gut, ist kurz nach des Ruhebewahrers Geburtstag. Feiern wir den eben dieses Jahr mal Daddy-mäßig.

Freitag, 3. Februar 2017

T.G.i.F. - verheizte Hoffnungen

Tach auch Liebeleins. Dann will ich mal wieder. Vor mich hinbloggen und mir ein TGiF zusammen knödeln. It's a lonely job, but somebody's gotta do it. Da kann ich noch so mit Zaunpfählen um mich wedeln.

Dabei ist so langsam wohl Ziehung. Die Zeit für sich nicht angesprochen fühlen is over. Aber sowatt von. Fuck as lit wie die Jugend in nicht öffentlich bekannter Jugendsprache sagen würde. Es vergeht ja kein Morgen, an dem man nicht mit bangen Fragen wach wird: Wieviel Akku noch? Läuft die Heizung? Und - was hat die katastrumphale Fönwelle across the ocean schon wieder angestellt? Ging das schnell oder ging das schnell? Von einer funktionierenden Demokratie zur lupenreinen Autokratie in ...eins, zwei, drei. Bleibt zu hoffen, dass der Code für den roten Koffer mehr als 140 Zeichen hat. Denn wenn wenn einer je der Meinung war, dass Karthago zerstört werden müsse, dann er.

Und es bleibt die vage, äußerst vage Hoffnung, dass deutsche Wähler etwas lernen mögen aus dem gerade viral gehenden Hashtag #trumpregret      Ich vermag da nicht einmal einen Hauch von Schadenfreude empfinden, nur Unglaube. Same procedure as schon beim Brexit. Ein bißchen billiger Populismus aus der untersten Schublade und schon glauben die, die im Endeffekt den größten Schaden davon tragen werden, dass sie die Stimme des kleinen Mannes gehört haben. Am Arsch, der kleine Mann. Aber totally great. Und genauso wird es hier auch kommen, wenn nicht noch ein Wunder geschieht. Der kleine Mann, er möge nur einmal kurz in das naja, nennen wir es in Ermangelung besserer Vokabeln halt Programm der selbsternannten Alternative. Schiebe er mal eben das ganze rechte Geschmodder beiseite und schaue nach, was ihm darüberhinaus blüht, dem kleinen Mann, der alleinerziehenden Mama, den ALG II Beziehern. So laut wird er gar nicht zetern können, so weh wird das tun. Und komme mir keiner mit Das hat man ja nicht ahnen können, das. Geh mir wech. Weit wech.

Totally great, absolutely fantastic war nur eine Reaktion auf den ganzen Shit der letzten Wochen. Die einer kleinen, feinen Late Night Show aus dem Land meiner Vorfahren und Sehnsucht. Sie hießen das Ganzkörper-Doppelkinn in seinen eigenen Worten willkommen und es war so huge, so enormous. Chapeau. Ich verneige mich. Und danke dafür. Und für den unwahrscheinlichen Fall, dass jemand es noch nicht gesehen hat, bitte sehr:


Klickt es ruhig an. Es hat schon mehr Aufrufe, als Menschen bei der Inauguration waren. Sogar, wenn man alle alternativen Fakten zusammenzählt. 

War sonst noch was? Kommen wir kurz zur zweiten bangen Frage der Woche und damit zurück in unsere eigene kleine so belanglose, aber immerhin noch existierende Welt. Die Heizung. Ich qualifiziere mich gerade für den Gesprächskreis der Baumstammhocker in Murwillumbah und entwickele einen Zwang: Der ständige Blick auf das Steuerungsdingsda. Blinkt es noch oder heizt es schon? Und - war es diesmal der Gerät oder der Mann? Der Mann war es diese Woche nur einmal, der Gerät dafür zweimal. Mit zweimaligem Monteur-Besuch. Den der für einige Tage vom Rhein anne Ruhr heimgekehrte angehende Jurist begleitete. Da kommt der arme Junge, ausgemergelt, müde und mit zur Abwechslung mal wieder verknackstem Knöchel heim zur Mama, will sich verwöhnen lassen und watt iss? Kalt isset. Muss kalt duschen, Monteure begleiten und als ob das nicht genung gewesen wäre, fällt ihm auch noch der mitgeführte Praktikant in die Arme. Allerdings nicht vor Freude, sondern mal so richtig in Ohnmacht. Weiß man doch direkt wieder, wofür die Erste-Hilfe-Kurse so gut waren. Lief für ihn. Und die Heizung jetzt auch wieder. 

Jedenfalls war es schön, das Kind mal wieder bei uns zu haben. Und ein paar neue Anekdoten für die Familiensaga werden ja auch immer gerne genommen. Genauso gern genommen natürlich auch wie immer Eure 

Statistik: 

Stoßseufzer der Woche: Man ist viel zu oft zur richtigen Zeit am
 falschen Ort. ( ©Trollpunk69 auf Twitter) 
Handlungsempfehlung der Woche: An Merkels Stelle würde ich heute mal den
 Anrufbeantworter anlassen. Es ist schließlich Wochenende 
( Monty, Earl of Grey am letzten Samstag auf Twitter)   
Konsequenz der Woche: Als ihm seine Mutter den Namen einer Comicfigur 
aus Entenhausen gab, konnte ja niemand ahnen, dass er sich Jahre später 
dafür rächen würde. ( ©MeinolfsSchwester auf Twitter) 
Deal der Woche: But could we please say Netherlands second? (©Zondag met Lubach,
 s.Video oben. Und für mich bleibt NL immer die Nummer eins
 unter den geilen Städten dieser Welt)  
Bedauern der Woche: Das Traurige ist doch, dass die Welt an so vielen Stellen schon
 auf dem richtigen Weg war und nun geht's wieder 
gen Mittelalter (©Kulturbloschewi auf Twitter) 
Orakel der Woche: Wenn Trump in diesem Tempo weitermacht, gibt es spätestens
 zu Ostern die ersten Hexenverbrennungen. (©Grantscheam auf Twitter) 
Aufforderung der Woche: Wir brauchen Woodstock, Love and Peace. 
Die alten Lieder. Immer wieder (©Minnasophie auf Twitter) 
Flucht der Woche: Team #ZeitzeugenSchutzprogramm (©Paraneues auf Twitter) 
Bescheuertester Plan der Woche: Daddy Revival. 
( Die Ollen im Dock. Morgen. Ich werde berichten. Vielleicht) 
Ausguck der Woche: Das Empfangskomitee stellt sich schon mal auf. Ein Monat noch.

Cookie der Woche: Noch ist nicht aller Tage Abendland.
 (aus dem Archiv - weil es so gut passt. Und weiter beste Besserung von uns 
allen hier auch an dieser Stelle) 

Allen ein schickes Wochenende. 
Fummelt an keiner Heizung rum, an der ich nicht auch rumfummeln würde. 

Wie immer gilt: Wer Tippfehler findet, kann sie behalten. 
Weitere Links auf Nachfrage.  

Samstag, 28. Januar 2017

Watt gucken die Blagen für Filme heutzutage?

oder anders gefragt: Kennen die keine Fenster-Rentner(innen) mehr ?

Es ist Samstag Nachmittag. Wir müssen noch zu einem Geburtstag, der Mittlere unserer besten Freunde wird 18. Ich begebe mich ins Dachgeschoss, die Jogging-Buxe sollte man wenigstens gegen ein ordentliches Bein-Gewand tauschen. Oben angekommen, beschließe ich, die Zeit, während der ich im Bad bin, für's Lüften zu nutzen. Bietet sich so an. Und wenn man da oben im Dachgeschoss einmal das Fenster weit geöffnet hat, bietet es sich auch irgendwie immer an, ganz bequem für ein paar Minuten die Fenster-Rentnerin zu machen. Man hat halt einen so guten Ausblick von da oben....

Heute sehe ich zwei Jungs die Straße entlang schlendern. Zehn sind sie vielleicht, wenn überhaupt. Der Eine erzählt gestenreich etwas, der Andere kichert lauthals fröhlich darüber. Mich freut dieser Anblick und ich denke so bei mir, ach ja, diese Blagen. Die haben es gut. Die kichern und erzählen noch ganz unbefangen, die wissen noch nichts von Ganzkörper-Doppelkinnen, roten Koffern oder selbsternannten Alternativen. In dem Moment sehen mich die Beiden und schauen neugierig zu mir hoch.

"Hallooo?" fragt der Eine zögernd. "Hallo" antworte ich durchaus freundlich zurück. "Geht es Ihnen gut?" fragt da der Eine besorgt. "Äh ja, doch. Wieso?" "Ähm, ja, Sie hängen da so komisch und gucken so". Ich denke " Sach ma, watt glauben die, watt ich da mache? Watt gucken die Blagen denn heutzutage für Filme? Und überhaupt " Wir sind hier schießlich im Ruhrpott, da iss der Anblick von Fenster-Rentners watt ganz Normalet". Zumindest letzteres hätte ich fast gesagt, es lag mir auf der Znnge. Hab ich aber nicht. Schließlich will man auch nicht diejenige sein, die den Blagen ihre Hilfsbereitschaft nimmt. Also sage ich nur ganz ganz nett , dass alles bestens sei und ich nur frische Luft schnappen wolle und wie nett, dass sie gefragt haben. Aber so iss datt heutzutage. Nichtmal fensterrentnern kann man in Ruhe, ohne dass die Welt gleich das Schlechteste annimmt. Selbst die kaum zehnjährige Welt.

Freitag, 20. Januar 2017

T.G.i.F. - heute mit Verschwörungstheorien

Tach auch Liebeleins! Und bibbert Ihr auch alle schön? Hier im Pott wird et so langsam wieder ein bißchen wärmer, aber eigentlich macht die Kälte weder dem Ruhebewahrer noch mir wirklich etwas aus. Aber wir sind ja auch Sternzeichen Bootsmann, da macht einem Kälte per se wenig. Ich darf dafür wieder im Sommer über die Hitze stöhnen, iss klar, ne?

Dafür stöhne ich mich gerade aus anderen Gründen durch den frühen Morgen. Nein, nicht wegen der Erkältung. Ausnahmsweise einmal nicht. Die ist so mehr oder weniger auf dem Rückzug. Schnell auf Holz klopfe. Nein, ich hab mir dann gestern mit ein paar netten Kollegen in der Hausbrauerei unserer schicken Stadt ein bißchen einen geschnackselt. Zwei sehr liebe Kolleginnen, eigentlich Ex-Kolleginnen hatten zu ihrem Abschied in die Hausbrauerei unserer reizenden Stadt geladen. Diese beiden Damen haben es also geschafft. So ein kleines bißchen Neid kommt da ja auf.


War sonst noch was? Hier eigentlich eher nicht so. Reicht ja auch, wenn sonst überall das pralle Leben in seiner bittersten Form tobt. Eigentlich wollte ich gar kein TGiF heute schreiben, weil eben wegen iss nich. Aber irgendwie muss man sich ja ablenken, wenn in Amiland heute die katastrumphalste Inauguration ever ever ever und aller, die noch kommen werden, über die Bühne geht. Und Ihr könnt mir erzählen, was Ihr wollt: Es kann einfach kein Zufall sein, dass der Beginn der Amtszeit eines Ganzkörper-Doppelkinns mit der schrittweisen Lockerung der Cannabis-Regulierung einhergeht. Hanf Beimer, übernehmen Sie! Ich bin mir sicher, das hat was zu bedeuten und ist ganz und gar bestimmt keine Verschwörungstheorie.

Aber eigentlich mag ich schon gar nichts mehr davon hören oder sehen. Und wer weiß: Vielleicht gibt es bald auch nichts mehr zu hören oder zu sehen. Vielleicht hat er sich echt nur wählen lassen, um allen zu zeigen, wozu unterschätzte und belächelte Menschen so alles fähig sind. Roter Knopf, boing bumm aus. Ja, ich weiß, ich bin negativ und das war jetzt auch keine belächelbare Verschwörungstheorie.  Aber ich hab einfach keinen Bock auf Chance geben und laber Rhabarber. Wenn der rote Knopf nicht gedrückt wird, dann wird es hierzulande ebenfalls übel enden. Habt Ihr sie auch gehört? Schon wieder? Die Sektkorken, die die selbsternannte Alternative hat knallen lassen, weil deren Rumpelhöcksken mal wieder seine schärfste Waffen, Rhetorik und Polemik geschlifffen hat und alle, alle drauf angesprungen sind? Muss das sein, dass solch unerträgliche Reden tagelang auch noch die Schlagzeilen beherrschen? Na, wenigstens profitieren ab und an auch mal die Richtigen. Es würde mich nicht wundern, wenn die FDP den Gauländer zum Mitarbeiter gewählt hat.

Da ist es doch nachgerade erfreulich, dass man mit schöner Zuverlässigkeit wenigstens zwei Wochen im Januar auch mal was anderes zur Frühstückslektüre serviert bekommt. Genau, ich meine die Königsdisziplin des Trash TV "Schöner scheitern im Dschungel". Wobei die Glossen und Kolumnen darüber in diesem Jahr weit unterhaltsamer sind als das Event an sich. Aber was nicht ist, kann ja noch werden im Plaste-aufgetufften-Gesprächskreis der Baumstammhocker. Ich glaube jedenfalls fest an die Theorie, dass Kranka-Hankas Vorbereitung auf das Camp sich in der Hauptsache auf die Lektüre von Psycho-Lektüre in Tateinheit mit Schauspielunterricht beschränkt hat. Die wahre Gewinnerin steht jedenfalls fest: Die Paketbotin der Tretbootfahrerherzen: Einmal so'n Flusskres im Mund, ansonsten paar Stühle interpretiert und zack ab, eine Woche Urlaub im Luxushotel in Murwillumbah. Gönn ich ihr. Echt. Ehrlich. Und Euch gönne ich ganz und gar Eure nicht verschworene

Statistik:

Wahl der Woche: Zur Wahl standen Katrin, Göring und Eckardt. Und alle 
drei haben gewonnen. (©Das Extra3 Team auf Twitter)
Erleichterung der Woche: Ich kann euch sagen, je mehr Feierabend, 
desto plüsch. (©Trixelinchen auf Twitter)
Erkenntnis der Woche: Ein Herz aus Gold ist ziemlich selten. Bei den Meisten 
ist es von Bijou Brigitte. (©Julia Singlesias auf Twitter)
Vorsichtsmaßnahme der Woche: Ich folge Trump nur aus einem Grund. Wenn er
 "OOOPS" twittert, weiß ich, dass ich noch 20 Minuten habe, um mit 
Bier in den Keller zu laufen. (©Wanikenobi auf Twitter)
Bewertung der Woche: Ein Zimmer im Hotel 
Vergleich der Woche: Kommt nicht oft vor, aber unser Kader 
ist um Längen besser (©RWOberhausen auf Twitter)
Stoßseufzer der Woche: Alle Wege führen nach Düsseldorf. 
Heute Umwege. (©der staugeplagte Ruhebewahrer)
Sehnsucht der Woche: Where are you now, my Glühwein (© der zitternde Herr Spieler7 )
Kompliment der Woche: "Heute abend sind nur Lieblingskollegen eingeladen" - 
" Aha. Ja und Du eben, ne?" (©der Heimstudent. Meinen Charme muss 
ich wem  anders als dem Blag vererbt haben) 

Allen ein schickes Wochenende.
Glaubt keiner Verschwörungstheorie, die ich nicht auch glauben würde. 

Wie immer gilt: Wer Tippfehler findet, kann sie behalten.
Weitere Links auf Nachfrage

Freitag, 13. Januar 2017

T.G.i.F. - von Erregungs-und sonstigen Stürmen

Tach auch Liebeleins. Na, Ihr Freunde der Nacht. Keiner weg geflogen? Meine Fresse, war datt wieder 'ne Hysterie gestern inne Medien wegens weil Unwetter und überhaupt. Und watt iss? Drei Flocken, paar lautere Lüftchen und feddich. Es wäre genau ein grad zu warm gewesen für die beschworenen Katastrophen. Sacht ma, Ihr Wetterfrösche, watt macht Ihr eigentlich beruflich? Es nervt. Und vor allem - wer einmal falsch schreit, dem glaubt man beim nächsten mal nicht. Und watt, wenn et dann beim nächsten mal ernst wird? Kriechse einen am Appel, kriechse da.

Und sonst so? Wie isset Euch bis jetzt in diesem noch frischen Jahr ergangen? Ich bin eifrig dabei, die Restanten von 2016 weg zu rehabilitieren. Meine Fresse. Früher war es doch es so: Sie kam 3 Tage, sie blieb 3 Tage und sie ging 3 Tage. Die Erkältung. Und heute? Die Zahl stimmt noch, aber mittlerweile sind es Wochen. Das twitterte ich die Tage genauso und die echt vielen Reaktionen zeigen mir: Genauso ! Ganz genauso isset. Und ich bin nicht die Einzige, die mittlerweile schon in Woche 7 damit rumhampelt. In der Vorwoche hab ich dann resigniert und mich zur Abwechslung mal selbst flach gelegt. Aber so richtig. Ein Antibiotikum-Zyklus, eine Flasche Bronchicum und zwei Packungen Meersalz zum Inhalieren später geht es wieder. Aber nur so halbwegs. Die Arbeitswoche war nur durch beherzten Feierabend-Couch-Einsatz zu überstehen. Schön iss datt nich. Ganz und gar nich.

Dementsprechend - ich habe wenig zu erzählen. Ich war ja nirgendwo. Bis auf einmal. Beim Geierabend auf Zeche Zollern. Wenn ich schon ganz offiziell als Presse dahin durfte. War fein, könnt Ihr in den Revierpassagen nachlesen und vielleicht auch noch hingehen.  Und ich habe mein Vokubular trefflich erweitern können: Um das exorbitant schicke Wort "Sitzplatz-Paselacken" und die treffliche Bezeichnung "Ganzkörper-Doppelkinn" für Mr.-Orange-is-leider-the-new-black .

Dämlicherweise war meine Aufmerksamkeitsspanne letzte Woche so gering, dass ich kaum Serien geguckt oder Bücher gelesen habe. Noch dämlichererweise habe ich stattdessen Nachrichten gelesen. War der Genesung nicht förderlich. Ganz und gar nicht. Man sollte Aufregung bei maladem Gesundheitszustand echt vermeiden. Und Aufreger gab es genug. Angefangen bei Taubernüssen über erwähntes Ganzkörper-Doppelkinn mit einer noch geringeren Aufmerksamkeitsspanne als ich im Erkältungszustand bis hin zu der guten Dame von den Grünen, die nichts Eiligeres zu tun hatte, als nach einem bestimmt fein im Warmen verbrachten Silvesterabend die Kölner Polizei anzugehen, die dies Jahr bestimmt an ihre Grenzen und darüberhinaus gegangen ist.

Dass es sowas noch gibt. Solch unbedarfte Naivität. Hat ja fast was Rührendes. Noch Fragen anyone? Warum es im Vorjahr so desaströs endete, dürfte jetzt auch dem Letzten klar sein. Ich war so wütend darüber, dass ich fast geheult hätte vor Wut. So an der Wirklichkeit vorbei - müsste eigentlich strafbar sein. Wirklich. Eins ist doch klar: Wogegen man in Köln und in NRW richtig hart ankämpft derzeit, das hat mit refugees welcome nichts zu tun. Gar nichts. Das läuft auf einer ganz anderes motivierten Ebene ab.

Ganz ehrlich: ich wünsche dieser grünen Frau Peter wirklich von Herzen, dass sie niemals auch nur die Ausläufer von Taharrusch dscharma ( ja, wirklich, es gibt da einen arabischen Fach-Terminus für, könnt Ihr googeln, mir ist das zu widerlich, um es selbst zu erklären) erfährt, aber ich wünsche mir, dass sie einfach mal ihre Ohren und ihr Herz aufmacht für die, die es erfahren. Und wenn sie nur mit den Frauen spricht, die nicht mehr an einem Busbahnhof aussteigen oder durch eine Innenstadt gehen können, ohne einen grimmigen Gesichtsaufdruck aufzusetzen und ihre Ohren auf Durchzug zu stellen. Macht keinen Spaß, das allmorgendlich tun zu müssen. Seine gute Laune kann man danach jedenfalls mühevoll wieder zusammenklauben.

Und darüberhinaus: Ich konnte sie hören. Die überall im Land knallenden Sektkorken der selbsternannten Alternative. Das war Wahlkampfhilfe vom Allerfeinsten. Genau wie das unqualifizierte Knacken der Taubernüsse. Außerdem wüsste ich wirklich gerne mal, was die mit sich selbst beschäftigten Grokonisten mit dem Posten des Außenministers zu tun gedenken, wenn Herr Steinmeier den Grüßaugust gibt. Wäre mal schön zu wissen. Finde ich gerade derzeit nicht ganz unwichtig. Aber ich hör jetzt auf. Sonst finde ich meine gute Laune das ganze Wochenende nicht wieder. Das Wahlkampfjahr wird noch hart genug. Wie auch das kommende Wochenende. Beim Whisteria Lane Stammtisch steht die Begehung der ersten Rundung des Jahres an und ab heute abend ist der Lästerei wieder Tür und Tor geöffnet. Wobei - bei dem schalen Vorgeschmack, den mir die ebenfalls krankheitsbedingt "genossenen" Tratsch-und Klatsch-Magazine geboten haben, wage ich die Prognose, dass der Dschungel für mich dies Jahr wohl fast ausschließlich in Twitterland liegt. Doch vor dem Wochenende liegt

die Statistik:

Therapie der WocheWenn ich sehr traurig bin, dann google ich einfach meine
ehemaligen Mitschüler. Dann geht's wieder (©Officeschickse auf Twitter)
Orakel der Woche: Na, über die Gesellschaft freut sich Roman Herzog bestimmt.
( ©der Ruhebewahrer zum Twittertrend Schwiegertochter gesucht aus Gründen)
Erinnerung der Woche: Der Euro wird heute 15. - Das sind in D-Mark 30 Jahre! -
UND 60 IN OSTMARK!!! (©NikSput auf Twitter)
Karriere der Woche: Familie Drachentöters Schlittenhund


Erkenntnis der Woche: Die Tamagotchis, die wir damals aufgezogen haben, sind
mittlerweile alle erwachsen und in der Politik. Das erklärt
manches. (©Grantscheam auf Twitter)
Einkauf der Woche: Schon wieder ein Paket - was hast Du bestellt?" "Nur was
Praktisches für die Küche" "HIGH HEELS?" "Damit ich oben ans
Gewürzregal rankomme" (©Julia Singlesias auf Twitter)
Mahnung der Woche: Morgen fällst du über die Brocken, die du heute
hingeschmissen hast! (©Cholli Brehm auf Twitter)
Gruß der Woche: An das Mädchen, das mir gestern statt ihrer Telefonnummer, die
Nummer der Redaktion von "Bauer sucht Frau" gegeben
hat: 1:0 für dich. (©Don Promillo auf Twitter)
Benimmregel der Woche: Glücklicherweise kommt man mit einem "Hm." über den
ganzen Tag. Die Betonung kann variiert werden & zur Not eskaliert
man mit einem "Hmhm!" (©Julie1977 auf Twitter)
Stoßseufzer der Woche:  K1 und K2 zocken die ganze Nacht am Computer und
schlafen tagsüber.  Da hätte ich mir auch
Hamster kaufen können. (©dickeFritz auf Twitter) 
Aufmunterung der Woche: Fleiß kannsse vortäuschen - aber faul, faul musse 
schon selber wirklich sein. (©die unverändert großartige 
Franziska Mense-Moritz, Idol meiner Jugend beim Geierabend) 


Allen ein schickes Wochenende. 
Spannt keine Schlitten ein, die ich nicht auch einspannen würde.


Wie immer gilt: Wer Tippfehler findet, kann sie behalten. 
Weitere Links auf Nachfrage 
und dem Engelchen ein fettes DANKE für das tolle Fotto