Sonntag, 19. März 2017

Und wech iss se - die finale Bewegung der Kastanie

Ja, echt mal. Ist denn schon wieder März? Ist denn schon Frühling? Steht schon wieder die erste schwere Trennung des Jahres an? Jawoll, ja. Es ist zwar draußen noch nicht ganz so einladend, so dass wir auch dieses Jahr die herzerwärmelnde Knolle wieder mal nur über den Zaun ins Grüne hin bewegt haben. Aber der Symbolik ist Genüge getan und wie immer wird es ganz bomfationös funktionieren: Ab sofort ist Frühling.

Klassischer Fall von zu früh gefreut
Da geht sie hin und bewegt den Frühling

Liebe Grüße an alle Mitbewegten und an Theobromina ein dickes Danke für die Organisation der Bewegung. Es war uns wie immer eine Freude und an grauen Wintertagen ein bewährter Trost .



Freitag, 17. März 2017

T.G.i.F. - durch und durch oranje

Tach auch Liebeleins. Harteliljk welkom in unserer kleinen Freitags-Runde. Allet im Lack soweit? Schon irgendwie oder? Die ersten süßen Kirschen in Nachbars Garten blühen, einen richtig feinen Frühlingstag hatten wir bereits, den ich zur Feier der geilsten Stadt der Welt mit einer uitgebreide Fietstour an den Kanal verbracht habe.

Mittagspause am Kanal - leider auf der falschen Seite des Stegs,
aber wir arbeiten ja dran. 
Und eine Woche, die damit endet, dass Mark Rutte zum Helden Europas erklärt wird, kann nicht die schlechteste sein. Nicht, dass ich jetzt zwingend so der Riesen-Fan von Rutte wäre, aber angesichts schmierlappiger Alternativen kann ich gut damit leben, wenn der holländische magic Mark der Held ist. Nur gut, dass die Holland Wahl, der man vorher signalgebende Wirkung attestierte, die erste war. Auf die Holländer ist in Sachen Liberalismus ja doch immer noch am ehesten Verlass. Und die Farbe orange, die ja in der letzten Zeit eher einen trumpelig schlechten Ruf hatte, haben sie so ganz en passant auch rehabilitiert. Heel bedankt, Nederland!

Spannend war sie ja, die Woche. Als wir am Samstag morgen Domburg verließen, dudelte im Auto der Lieblingssender aller guilty pleasure Freunde, Radio Veronica. Spielt ausschließlich Musik und handelt die Nachrichten grundsätzlich in genau einer Minute ab, wahnwitziges Sprechtempo wohl einzige Einstellungsvoraussetzung für diesen Job. Meistens versteh ich das Wichtigste, also Wetter und Staumeldungen, aber Samstagmorgen zweifelte ich sehr an meinen Sprachkenntnissen und sagte zum Gatten: "Also, ich hab gerade verstanden, die haben dem türkischen Minister die Landeerlaubnis in Rotterdam verweigert und der musste umdrehen. Weil die Holländer sich nicht erpressen und sich nicht alles bieten lassen. Aber was der jetzt genau gesagt hat, keine Ahnung" Hahaha.  Von wegen. Ganz supere Sprachkennntnisse hab ich da. Alles richtig verstanden. Die Holländer. Sehr gut. Respekt. Und der Respekt setzte sich fort in dieser Woche. Vor der hohen Wahlbeteiligung, vor dem Ergebnis, nicht nur in Bezug auf die Hauptkontrahenten. Auch über das gute Abschneiden der Linksliberalen habe ich mich durchaus gefreut. Und wer jetzt sagt: Erstaunlich das alles. dem sage ich : Nein. Das war typisch holländisch, genauso kenne ich die Holländer, so ist es immer gewesen, genauso bin ich in meiner grenzgängerischen Jugend sozialisiert wurden. Wie sagte der Jurastudent gerade am Telefon? "Ich hab keinen Moment geglaubt, dass der Wilders erste Kraft wird. Nicht in Holland. Diese Umfragen waren fake news"

Ja, die Niederlande sind tolerant, weltoffen, aber auch pragmatisch. Das Lebensgefühl ist dort ein anderes, ein freieres, aber zugleich auch sichereres als in streng durchreglementierte deutsche Land, wo jeder Pups vorgeschrieben wird, weil der Bürger ja zu blöd ist. Aber wenn ein 16jähriger einer 15jährigen die Kehle durchschneidet, dann ist er eben schuldunfähig, weil leider schizophren. Und wegen Schizophrenie sperrt man ja keinen ein. Oder erlegt Erziehungsberechtigten eine besondere Aufsichtspflicht auf. Nein. Dann ist schlichtes vor die Tür gehen plötzlich pirvate Risikosphäre. Aber Hauptsache, unsere Staubsauger saugen normgerecht. Ich schweife ab. Aber ich könnte mich auch aufregen.... Ok. Zurück in's Land der Grachten. Dort funktioniert Liberalismus noch. Meiner Beobachtung nach aber nur, weil es einen ganz klaren Point of no Return gibt.  

Ich verdeutliche das mal an einem pupulären Beispiel: Den Coffee Shops. Auch wenn man mittlerweile in einigen Provinzen den Weed-Pass, die Ortszugehörigkeit nachweisen muss, um Drogentourismus zu vermeiden, die Coffee Shops gibt es immer noch. Nicht in den düsteren Ecken einer Stadt, sondern ganz normal mittendrin. Mit dem Charme einer Apotheke ausgestattet, mit viel Glück auch mit dem einer Teestube. Beratung inclusive. Völlig unaufgeregt und pragmatisch geregelt. Dafür sind aber z.B. Fixerstuben UNDENKBAR. Wer meint, er müsse sich mit harten Drogen ruinieren, bitte sehr. Aber staatlich gepampert wird er dafür nicht. Wer verrecken will, kann verrecken. Ende. Ähnlich wie mit Cannabis ist übrigens auch der Umgang mit Alkohol. Biertje und Wein gibt es im Supermarkt. Für harte Sachen muss man sich schon separat in einen Laden bemühen, in dem auch das Alter kontrolliert wird. In manchen Diskotheken oder Restaurants hat man da sogar unter 25 keine Chance. Die Folge: Komasaufen ist in NL eher unbekannt. Dafür kann man immer noch an schönen Sommertagen durchaus grasbeseelte Cliquen am Strand oder Bootsanlegestellen bei Love and Peace antreffen. Unschwer zu erraten, welche Variante mir besser gefällt. Und wie froh ich heute noch bin, dass ich genauso groß geworden bin.

Nun kann man natürlich fragen, wie es sein konnte, das Wilders so groß werden konnte. Meine Beobachtung in NL der letzten Jahre war, dass tatsächlich einiges aus dem Ruder zu laufen drohte bei der Integration. Auch die Niederlande sind vor der Krankheit namens falsch verstandener politischer Korrektheit nicht verschont geblieben. Man will ja ungern einen weltoffenen Ruf aufs Spiel setzen. Nicht alles wurde benannt und vielleicht wurde zuviel toleriert. Dazu kam in den letzten Jahren durchaus Zuzug von Menschen, die sich einen Scheißdreck für ihre neue Heimat interessieren. Und das ist in NL ein Ding, was gar  nicht geht. Wer dorthin emigriert, der kann zwar nach seiner Fasson glücklich werden, seine Religion und seine Kultur leben, aber er hat sich an die Gesetze zu halten, er hat holländisch zu lernen und zuallererst die liberalen Werte seines Gastlandes zu achten. Da verstehen die Holländer keinen Spaß. Und das haben sie diese Woche wohl eindrucksvoll klar gemacht. Ich habe schon lange gesagt, dass mir der holländische Weg in vielem besser gefällt und ich bin ganz glücklich, dass dies gerade in ganz Europa so gefeiert wird.

So. Punkt. Das lag mir auf der Seele. Das musste ich mal loswerden. Auch um den Preis, dass das TGiF somit außergewöhnlich monothematisch ausgefallen ist. So sorry. Sonst war auch nicht wirklich was. Und wenn doch, fällt es mir gerade nicht ein. Etwas thematisch ausgewogener dafür wie immer Eure

Statistik: 

Zahl der Woche: 13 ( s.Holland, siehe Schmierlapp ) 
Vokabel der Woche: Steembusstamper 
Gewissensfrage der Woche: Personal Coach vs. Personal
 Couch (©Evje van der Paskamer auf Twitter) 
Schublade der Woche: Es gibt zwei Typen Menschen:
 - die im Hotel wissen wollen, ab wann es Frühstück gibt. 
- die wissen wollen, bis wann es Frühstück gibt. (©Stgraunke auf Twitter 
Erkenntnis der Woche: Kommunismus endet bei €2500 netto. 
Atheismus, wenn das Flugzeug vibriert. Feminismus, wenn man diese SCHEISS WASSERFLASCHE nicht aufkriegt. (©Julia Singlesias auf Twitter)
 Stoßseufzer der Woche: Kinder denken, Erwachsene wissen genau, was sie tun 
und haben immer alles total im Griff. Ich weiß noch nicht mal, wo dieser
 doofe Griff ist. (©Trixelinchen auf Twitter) 
Dazu passend die Gebrauchsanweisung der Woche: 

Allen ein schickes Wochenende. 
Huldigt keiner Farbe, der ich nicht auch huldigen würde. 

Wie immer gilt: Wer Tippfehler findet, kann sie behalten. 
Links auf Nachfrage 

Montag, 13. März 2017

In Holland sagt man welkom en tot ziens




Und - schon wieder vorbei. Unsere traditionelle Woche Frühlingserwachen in Domburg. Das nach den grauen Tagen so sehnsüchtig begrüßte Tussendoortje. Endlich wieder aan de geliefde Noordzee. Durchatmen, Wellen, Licht, Luft, Sonne. Und zugegebenermaßen auch Regen. Aber nun. Das weiß man vorher, wenn man im März an die Nordsee fährt. Kann passieren. Und passiert auch. Aber - erstens gibt es ja bekanntlich kein schlechtes Wetter, nur ... genau. Und die unter dem Sternzeichen Bootsmann geborenen verfügen bekanntlich über genug wetterfeste Klamottage. Und - zweitens bläst an der See ja doch meinst ein krachtiger Wind und der bläst nicht nur die Wolken weg, sondern zwingt auch immer wieder die Sonne herbei. Und zum Schluß wurden wir dann auch mit zwei durchgehend sonnigen Tagen belohnt - der erste Sonnenbrand des Jahres ist immer noch der geilste.



Hollands windgeschützte Dünenplätze machen Sonnenanbetung auch bei unter 10 Grad möglich. Genau wie neu in Angriff genommene Karriere des Ruhebewahrers als Raupenflüsterer. ( Zum Glück war es nur der Raupi Rex und nicht wie erst befürchtet, ein Stück Trumpeltier-Toupet, welches sich auf meinen Mantel verirrt hatte)


 

Ansonsten gab es genau das, was geplant war: Viel, viel Fisch, noch mehr Pommes, Frikandel, Bitterballen, die ganze "einmal im Urlaub muss das Palette" halt. Viel Schlaf, viel Spazierengehen, Stöbern in den vielen schönen Geschäften, Strandcafés, Straßencafés - die verwaarmd terras der Holländer ist da unschlagbar. Nirgends genießt man een oude oder jonge Genever schöner.


Und am letzten Tag gab es auf dem Heimweg noch eine Stippvisite mit Holland-Shopping der besonderen Art. Aber wir sind standhaft geblieben. Auch wenn die immaterielle, emotionale Dividende natürlich äußerst verlockend ist.


Sehr viele Bilder haben wir dieses Jahr nicht gemacht, nachdem wir es so oft schon verewigt haben, reicht dann jetzt doch meist das ganz reale Genießen. Aber ein bißchen Ausbeute findet Ihr im GooglePlus Album Domburg 2017    ( samt Raupenflüsterer Video ) 

( Natürlich sind wir auch jetzt durchgehend mit den Gedanken in der geilsten Stadt der Welt, besonders in Rotterdam.  Und ja - zugegeben: es mutet eigenartig an, nach den Ereignissen des Wochenendes und vor den Wahlen hier einen Vrede, Vreugde, Pannekoeken-Niederlande-Eintrag zu posten. An anderer Stelle habe ich zu den eskalierenden Ereignissen auch bereits gezwitschert und werde es hier sicherlich auch noch tun. Aber zunächst für Mittwoch erstmal Glückauf, Niederlande. )    
  
 

Freitag, 3. März 2017

T.G.i.F. - desperately seeking Lala-Land

Tach auch Liebeleins. Tja. Da sind wir mal wieder. In unserer kuscheligen kleinen Freitagsrunde. Ja, ich weiß, hier war lange Ruhe im Karton. Ich weiß selber schon gar nicht mehr, wann ich das letzte TGiF geschrieben habe.

Es lag nicht an Euch, dies vorab. Es sind zwei Dinge, die mir das Kolumnen schreiben derzeit so erschweren. Zum einen der Klassiker: Keine Zeit. Jedenfalls keine dafür. Aus so einigen Gründen. Ihr wisst schon. Der Freitagmorgen, der immer dafür reserviert war, das zu tun, was ich gerne tue, er muss immer öfter für Dinge herhalten, die ich so gar nicht gerne tue. Um Zeitlöcher zu stopfen bzw. sie vorausschauend gar nicht erst aufkommen zu lassen. Plus ein latent schlechtes Gewissen, wenn ich mich meinen Hobbys hingebe, während ich in der Zeit auch zur Entlastung der Gesamtsituation beitragen könnte, Dies das eine.

Das andere: Mir fehlen auch die Worte. Der Gedanke, dass es sowas von wumpe ist, was ich hier in die Tasten kloppe, bahnt sich resignierend seinen Weg. Seit der Inthronisation des Ganzkörper-Doppelkinns bemühe ich mich trotzig, nicht in kompletter Agonie zu verfallen. Um es mit Frau Jahnke zu sagen: "Ich kann kaum was anderes denken als Fuck. Ich denke Fuck, ich träume Fuck. Und zwar nicht als Aufforderung". Genauso. Was soll ich da noch gegen anschreiben. Liest doch eh keiner, nutzt nichts, kann ich genauso gut einen Sack Reis umschmeißen. Was haben die Amis sich bloß dabei gedacht? Bzw. haben sie überhaupt dabei gedacht? Ich fürchte nicht. Vielmehr bestätigt sich einmal mehr der Eindruck, den ich schon anno 1992 von Amiland mit nach Hause nahm. Ich sage nur "Wiieer frooom Ätlänna, Dschorscha. Home of Coca Cola". Ich erzählte diese Geschichte bereits. Genauso. Genauso ist Amiland. Und überhaupt. Gefühlt waren wir doch alle schon mal sehr viel weiter. Aber anscheinend muss in jeder Generation jede Werte-Diskussion neu geführt und leider, leider auch immer anders beantwortet werden.

In dem Zusammenhang: Die Freundin und ich haben gestern den Oscar-Gewinner der Herzen begutachtet. (sagte ich schon, dass ich eine gewisse Schadenfreude zum Envelope-Gate nicht unterdrücken konnte? Hochmut kommt eben vor dem Fall. Hashtag Piiiwiicii) Jedenfalls - wir waren im Lala-Land. War ganz schön, eine nette Flucht aus dem Alltag. Wahrscheinlich genau der Grund, warum die Amis den Film so feiern. Auch sonst. Kann man gucken trotz ein paar Längen und an anderer Stelle ein paar zu schnellen Handlungssprüngen. Wirklich großartig fand ich nur die letzte Viertelstunde mit einer Art HIMYM Effekt. Der nicht allen im Kino gefiel, aber mir schon. So machte der Film wenigstens Sinn. Happy Endings sind eh überschätzt. Zumindest im Kino. Auch wenn Lichtblicke verzweifelt gesucht sind.  Aber wie gesagt: Bis dahin musste man erstmal kommen.

Immerhin: in deutsche Land hat sich anscheinend ein Lichtblick herange-Schulzt. Isset nich niedlich? Nur mit einem Bart und einem rheinischen Dialekt bewaffnet macht sich Ich bin der Martin ne daran, die Republik aus ihrer Bräsigkeit zu reißen. Ganz ehrlich: Von mir aus. Glückauf. Ich kann dem bisher doch weitestgehend inhaltsleeren Geschwurbel zwar ausgesprochen wenig abgewinnen, aber bitte. Sollte es der alten Tante SPD tatsächlich gelingen, der selbsternannten Alternative weiterhin so zuzusetzen, wie es die neuesten Umfragen hoffen lassen, meinen Segen ham se.  Mir ist mittlerweile alles recht,  was demokratisch und nicht rechts ist, wenn es den Siegeszug der Petry-Jünger stoppt. Auch wenn ich mich über diese Farce einer Wahl neulich geärgert habe. Nichts gegen Steinmeier als Nachfolger im Amt des gaukelnden Grüßaugusts. Aber - 1. einfach mal per Dekret Mr. Ich-habe-einen-Mittelfinger-und-werde-ihn-benutzen-Siggi ins Amt des Chef-Diplomaten zu hieven. Und das in diesen Zeiten. Und 2. Was soll der Scheiß mit der Vollversammlung und den Delegierten aus dem Volk? Fühlte sich irgendjemand vertreten von sagen wir mal Frau Maschmeyer oder dem eine unfassbar miesepetrige Miene zur Schau tragenden Herrn Kerkeling? Da war man ja schon glatt froh, dass die FDP immerhin den Präsidenten der Handwerkskammer nominiert hatte. Der vertritt zwar auch nicht mich, aber wenigstens überhaupt eine Bevölkerungsschicht.

Egal. War sonst noch was? Nun - ein kurzes Update aus der Whisteria Lane könnte ich noch geben. In diesen Minuten geht die zusammengeschrumpfte Klausurenphase des bald nicht mehr Teenagers zu Ende und ich kann Euch sagen: In Sachen Prokastrination steckt der uns alle locker in die Tasche. Da können wir alle noch was von lernen. Meine Herren.  Der andere lernt dafür umso eifriger und musste zu seinem größten Bedauern einmal mehr sein närrisches Treiben darauf beschränken, zugezogenen Nordlichtern zu erklären, dass Rosenmontag in der Tat ein Feiertag ist. Den auch wir aus Sicherheitsgründen zwangsverurlaubt auf der Couch verbringen durften. Was einmal mehr Ommas Leitspruch beweist: Nix so schlecht, datt es nich ....Ihr wisst Bescheid. Bescheid dann auch seit langem mal wieder mit der

Statistik

Erkenntnis der Woche: Faulfieber ist meßbar.  
beste Trotz-(Re)Aktion der letzten Wochen: Dem Sonneborn sein Vater.
 Chapeau noch dafür.  
Stoßseufzer der Woche: Das Morgengrauen weiß schon, 
warum es so heißt. (©Spieler7)
Versuch der Woche: Das Einzige, was sich heute zum Gassi gehen eignet, 
ist eine Kuh (©MeinolfsSchwester auf Twitter) 
Orakel der Woche: Bald kommen die Rasenmäher aus dem 
Süden zurück. (©scusiO auf Twitter) 
Rätsel der Woche:  In etwa 7 Wochen feiern wir Ostern. Es könnte aber auch 
Weihnachten sein. Je nachdem, was im Kuvert steht. 
Man weiß ja nie (©Grantscheam auf Twitter) 
Auswahl der Woche: "ich suche eine Hose für mich" - "Slim Fit. Skinny, Regular Fit, 
Loose Fit, Baggy, Röhre, Boot-Cut, Cargo, Straight Cut?" -"haben Sie auch Röcke?"
Sorge der Woche: Hauptsache, Alessio geht es gut?! (Halb Twitter stets und ständig)
Bauvorhaben der Woche: Trump will die Mauer zu Smaland übrigens 
komplett von der Regierung in Bullerbü zahlen lassen (© Monika Maria zum 
wir lachen aus Verzweiflung Hashtag lastnightinSweden ) 
Zusammenfassung der Woche: Die Woche meiner TL in Kürze: 
Trump kann kein schwedisch. WhatsApp kann kein Update. 
Capri kann nicht mehr Sonne. Norden kann kein Karneval. (©Küstenrocker auf Twitter) 
Glückwunsch der Woche: geht nach Hamburg. An die niedlichste Schnute, 
die ich seit langem gesehen habe
Aussicht der Woche: Ja, es ist März und damit traditionell Zonder Zand geen Nederland 



Allen ein schickes Wochenende 
Flüchtet nur in Lala-Länder, in die ich auch flüchten würde. 

Wie immer gilt, Wer Tippfehler findet, kann sie behalten. 
Links auf Nachfrage 

Sonntag, 5. Februar 2017

Daddy Revival

Ooooh Life... Life ist bigger, bigger than you.... Ach, hach. R.E.M.  Das fängt ja gut an. Wenn man direkt zur Begrüßung so auf die Tanzfläche gelockt wird. Sofort wissen wir wieder, wie es geht. Und wie es so war. Damals. Sind wir wieder da, wo wir früher immer mal wieder gerne waren. Es zuckt, es stampft, es rockt. Jeder, wie er mag. Jeder, wie er kann. Umfallen werden wir wohl kaum, da besteht keine Gefahr. Die Tanzfläche ist so gesteckt voll wie eh und je.


Wir sind im Moondock in Recklinghausen und die Discothek hat sicher nicht den Ruf einer Schicki-Micki-Edel-Zappelbude, aber das passt ja soweit. Das "Dock" veranstaltet einen Daddy Revival Abend. Mit den DJs von damals. Und wenn die eines konnten, dann konnten die gute Mucke. Einen guten Ruf hatten die Old Daddys auch nicht. Eher einen wie Donnerhall. Die Ruhries wissen, wovon ich rede. Von den Engeln an der Tür, den Mary-Jane-Schwaden und so weiter und so fort. Selbst die toten Hosen kannten es, das Ur-Daddy in Haltern. Unvergessen, vermisst bis heute. Ich war mehr im Duisburger Daddy zuhause, der abgeranztesten Location ever ever ever. Aber cool. Familiär und immer guter Stimmung. Selbst wenn die mal kippte.

Die Freundin wollte unbedingt zum Revival-Abend und wenn die Freundin mal was will, dann kriegt sie das auch. Das wollen wir doch mal sehen. Einmal Daddy-Mädchen, immer Daddy-Mädchen? Aber sowas von. Und erst unsere Männers. Gar nicht mehr runter zu kriegen waren sie von der Tanzfläche. Selbst der Ruhebewahrer machte seinem Namen keine Ehre und mutierte zum Tanzbären. Und irgendwie ist es auch witzig, dass wir Alten da im Moondock rumzappeln. Ist es doch sonst die Domäne unserer Jugend. Schock Deine Kinder, geh ins Moondock. Unsere Jungs waren auch erwartungsgemäß naja, mindestens irritiert. Das Dock liegt im Süden, ja genau da, unserer Stadt und wie gesagt, ein Edel-Laden ist das nicht. Die Disco befindet sich in der alten Lohnhalle der Zeche König Ludwig, der Zeche, auf der schon Blacky Fuchsberger seine Armmuskeln beim Flözen formte. Gestern war es dort ganz Daddy-mäßig entspannt und leger. Auch für die Betreiber des Dock ist das sicher ein nettes Event, die Leute alle gut drauf, zahlungskräftig, die Tanzfläche voll. Und falls es jemand interessiert: So abgeranzt wie die Daddys ist das Moondock lange nicht. Der Punkt geht an unsere Generation.

Und diese Generation amüsierte sich prima. Gebt uns eine Tanzfläche, gebt uns Dire Straits, the Smith, Fisher Z, dann sind wir glücklich. Dazwischen von mir aus auch den goldenen Reiter und - this ist not the time to wonder, this is just a time to fear. Meine Güte, hab ich dieses Lied damals geliebt. Was ging mir der Text immer schon nahe. Und heute erst! Ob die Furys das 1988 ahnten? Wie wahr sich dieser Text genau heute anfühlt? Die treten übrigens immer nochmal auf, sagt der Gatte, als ich glücklich und verschwitzt nach diesem Lied von der Tanzfläche komme. Naja, blöd nur, dass ich zwar dieses Lied geliebt habe, aber sonst hatte ich für die Mannen aus dem Slaughterhouse nicht ganz so viel übrig. Aber egal, jetzt sind wir erstmal hier. Mit allem, was wir noch so geben können. 14.902 Schritte zählt der Schrittzähler der Freundin, alleine in den Stunden ab Mitternacht. Und um halb vier nachts ruft das Kind an. Es macht sich Sorgen, weil wir noch nicht daheim sind, ob er uns abholen solle und überhaupt, hätten wir nicht mal seine WA Nachrichten gelesen. Tjanun. Kann er mal sehen, wie das so ist.

Im Mai gibt es eine Neuauflage. Der Termin ist schon im Kalender eingetragen. Passt gut, ist kurz nach des Ruhebewahrers Geburtstag. Feiern wir den eben dieses Jahr mal Daddy-mäßig.