Freitag, 9. Dezember 2016

T.G.i.F. - Rommel di Bommel

Tach auch Liebeleins. Da wären wir wieder. In unserer kuscheligen kleinen Freitagsrunde. Allet schick und schön im adventlichen Gezauber? Hier macht sich langsam, aber sicher ein Zielgerade-Feeling breit. Alle Geschenke sind besorgt, zum Teil sogar eingepackt, die Jahresendrallye ist allen Referenden zum Trotze gestartet und die letzten Urlaubstage des Jahres werfen ihren spielerischen Schatten voraus. Mit bayerischem Charme und frisch gewaschenen Gardinen.

Die letzte Weihnachtsfeier ist bereits gefeiert und nein - ich habe doch nicht mit Hustensaft angestossen. Unser famoses Hausmittel gegen und für allet, der weltberühmte Schoko-Schnappek aus der benachbarten Schnapsbrennerei, hilft auch dagegen. Stößchen! Wär die Messe also auch gelesen. Wenn man mal großzügig darüber hinwegsieht, dass das "Mama, ich hol Dich von der Weihnachtsfeier ab Taxi" selig auf der Couch pennte und nichts mit bekam, schon gar nicht die "Bitte komm um elf, nee, halb zwölf, ach zwölf reicht auch" Nachrichten der Frau Mama. Verkehrte Welt. So ändern sich die Zeiten.

Der höchste Feiertag aller Niederländer und derer, die es gern wären, ist auch vorbei. Sinter Klaas war Rommel di Bommelig da, der Pakjesavond wurde wie jedes Jahr gebührend begangen. Dass der gute Mann mir hauptsächlich Schnappek und Zubehör brachte, muss mich nicht weiter irritieren oder? Oder? Morgen wird noch der Jubeltag unseres hauseigenen Nikolaus-Geburtstagskindes (der Herr Papa) nachgefeiert, am Tag der Wintersonnenwende begehen die Trixelinchen und ich schon eine neu gegründete Tradition und dann ist auch schon feddich mit schönschreiben. Dann kann Heiligabend kommen.

SinterKlaas macht den Ablug
War sonst noch was? Nun, die Gilmore Girls haben ihre berühmten #fourlastwords nun auch hier im Hause gesprochen. Oder besser gesagt, in der Serengeti. Denn dort scheint Stars Hollow seit neuestem zu liegen. Gut, dass ich versprochen habe, nichts zu sagen. Denn das, was ich zu sagen hätte, wäre nicht nur nett gewesen. So müssen meine Ansichten dazu vorerst in geschlossenen Chats bleiben. Dennoch - ein bißchen heile Welt war zur Abwechslung mal wieder ganz nett. Hat man ja derzeit nicht gerade viel von. Adventszauber hin oder her. Wer sich noch über das Ende von Downton Abbey hinwegtrösten will: Hilfe bietet da die Literaturzeitschrift.  

Und geärgert haben wir uns wieder mal. Über den Abo-Service der altehrwürdigen FAZ. Zur Abwechslung gab es letzte Woche - mal wieder - keine Sonntagszeitung. Die Erbsenzählerin in mir hat einen Dreisatz aufgestellt und errechnet, dass die diesjährige Teuerungsrate für unser Abo durch nicht gelieferte Ausgaben bei 3,95 % liegt. Finde ich in der Tat viel. Und bin ich nicht länger bereit zu zahlen. Reaktion auf die Reklamation: 0. In Worten Null. Keine schwarze Null wohlgemerkt, sondern eine richtig rote. Tiefrot. Man sollte meinen, dass in Zeiten akut schwindender Auflagenzahlen aktives Kundenbindungsmanagement das Gebot der Stunde wäre. Vertriebler-Weisheiten, Kapitel eins. Tjanun, der Wirtschaftsteil war noch nie so wirklich die Kernkompetenz der Gazette. Oder - das vielbeschworene Zeitungssterben gibt es gar nicht. Das wäre ja immerhin ein weiterer tröstlicher Beleg für Omma ihre alte Weisheit, dass nix so schlecht iss, datt et nich... Ihr wisst schon.  Was Ihr hingegen noch nicht wisst,  ist, was sich diese Woche wiederfindet in der

Statistik

Lob? der Woche: Du hörst Dich original an wie die Washington
 Post (©der Jura-Student im Chat zu Gilmore Girls)
Erkenntnis der Woche: Wer bei einstürzenden Neubauten nicht an Häuser denkt, ist 
definitiv älter als 40 ( auf besagter Weihnachtsfeier festgestellt. 
Und der weiß übrigens  auch, was Fehlfarben sind. ) 
Stoßseufzer der Woche: Für "nichts wird mehr so sein, wie es war,
 machen wir eigentlich ziemlich unverdrossen weiter 
Guter Rat der Woche: Wer im Glashaus sitzt, sollte sich 
im Dunkeln ausziehen. (©MeinolfsSchwester auf Twitter ) 
Cookie der Woche: So. Ich wäre jetzt bereit für eine Verbesserung. Irgendeine.
 ( Nicht nur Du, Cookie. Nicht nur Du. Aber Du besonders. Ganz dicke liebe Ferndrückung ) 
Erwartungshaltung der Woche: Eigentlich warte ich bei Donald Trump nur noch
 darauf, dass er ankündigt, die Indianer zurück nach
 Indien zu schicken. (©Rebel_Berlin auf Twitter) 
Resignation der Woche: Das Schleudern der Waschmaschine ermöglicht Socken den 
Übergang in ein Paralleluniversum - Ich kann es mir nicht anders erklären. 
Plan der Woche: Hinfallen. Aufstehen. Kröchen richten. 
Durchladen und Ziel fixieren. (©MeinolfsSchwester auf Twitter) 
Erklärung der Woche: Natürlich führe ich Selbstgespräche. 
Manchmal brauche ich eben kompetente Beratung. ( ©ODi1878F) 

Allen ein schickes Wochenende. 
Trinkt keinen Hustensaft, den ich nicht auch trinken würde. 

Wie immer gilt: Wer Tippfehler findet, kann sie behalten. 
Weitere Links auf Nachfrage. 






Sonntag, 4. Dezember 2016

Was von der Woche so übrig blieb - statt T.G.i.F.

Tach auch Liebeleins. Der letzte Freitag wurde mir präsentiert von Rotz und Wasser und keiner Stimme. Der Samstag ebenso und naja, eigentlich heute auch. Passiert. Gibt wohl kaum jemand im Moment, der nicht leicht angeschlagen durch die ach so besinnliche Zeit wankt. Und wenn nicht von der Schnodderseuche, dann vom Glühwein oder beidem.

Trotzdem: Ich mag noch bißchen was berichten. Die Woche hatte ja ein bis zwei angekündigte Highlights. Zum einen die Rückkehr nach Stars Hollow. Trotz riesiger Vorfreude haben wir erst zwei der vier neuen Folgen, die aber immerhin Spielfilmlänge haben, geschafft. Vielen Dank an die vielen Weihnachtsfeiern, die der Ruhebewahrer diese Woche zu absolvieren hatte. Kaum gibt der den Einpendler ins lustige Rheinland, schon isser dauernd auf Tralafitti. Hamwa gern, hamwa datt. Aber heute geht es endlich weiter mit den Girls. Die zwei Folgen waren ganz ok, besser als befürchtet, aber gewöhnungsbedürftiger als gedacht. Die Girls sind nun mal keine Girls mehr, sondern girlige Frauen. Rory ist jetzt so alt wie Lorelai in der ersten Folge und es ist sicher besser, wenn man zwischen dem "alten" Ende und dem neuen ein bißchen Zeit verstreichen lässt.  Aber es ist alles in allem nett und es gibt auch abseits der Handlung viele kleine Szenen, die einfach Freude machen. Nach wie vor sind viele kleine Easter Eggs rund um den Pavillon in Stars Hollow versteckt, die ein Lächeln hervorzaubern. So hat Lorelai eine eigentlich unbedeutende Begegnung mit einem jungen Mädchen, die ihre Sympathie findet - das Mädchen ist in Parenthood ihre Tochter und wenn man das weiß, ist diese Szene einfach richtig sweet, nett und herzerwärmelnd. So. Soviel dazu. Mehr verrate ich Euch auch nicht, hab ich ja versprochen.

Und unser Highlight mit Ansage: Das Bastille Konzert in der Mitsubishi Irgendwas Hall in Düsseldorf, formerly known as Philipshalle. Im übrigen eine immer noch gute Location für mittelgroße Konzerte. Groß genug, um richtig Konzertfeeling aufkommen zu lassen, klein genug, um alles von jedem Platz aus mitzukriegen und perfekt, um einen umjubelten Leadsänger mal hier, mal dort hinzustellen. Gar nicht schlecht. Das Konzert selbst war richtig richtig gut. Selbst das bang erwartete Fangirl-Gekreische hielt sich einigermaßen in Grenzen, Die Band - "Hello Düsseldorf, we are Bastille" (irritierenderweise so angesagt mit dem ausgesprochenen Doppel - L ) - ist live wirklich auch richtig klasse unterwegs. Stimmte alles, passte alles und man hatte durchaus den Eindruck, dass sie noch in der Phase sind, in der sie sich über ihren Erfolg so richtig freuen. Wir fanden es toll, endlich mal wieder die Tradition unserer lieb gewordenen Weihnachtskonzerte en famille diesmal bei Bastille ( reim Dich oder ich fress Dich) aufnehmen zu können. Und der Jurist hatte sich sogar richtig schick gemacht - und nein, es war mir wirklich nicht peinlich. Schließlich war ich unter Garantie die Älteste an diesem Abend. Aber wumpe. Ich hör die furchtbar gerne und wollte einfach wissen, wie die live so sind. Und sie sind so, dass der Spaß an ihrer Musik eher noch größer geworden ist. Und wenn die Jugend zehnmal behauptet, dass Bastille Mucke für Hipster machen. Mir ebenfalls wumpe. Freu ich mich halt, dass auch Hipster mal die Segnungen der Rockmusik zu spüren bekommen. Und Punkt.  Gewöhnungsbedürftig fand ich hingegen zwei Dinge: Zum einen gab es keine Zugabe, was das Publikum ganz normal fand. Bis auf uns. Gut, sie haben immerhin 1 Std. 45 min. gespielt und das Konzert hatte eine klare Dramaturgie. Und auch, wenn sie erst zwei Alben gemacht haben, mir wäre das ein oder andere Lieblingslied noch eingefallen. Und dann die Schilder, die Fangirls heutzutage so hochhalten: "I miss my dog" und "I'm here 4 Dick" . ????? Ok. Schon lustig. Aber was bitte ist aus dem guten alten "Ich will ein Kind von Dir" geworden?


Und bevor Ihr fragt, was aus der Statistik geworden ist, büdde sehr: 

Ruf der Woche: He eh oh, eh oh (aus Pompeji, Bastille und ja, ich 
bin textfest. Ich kann bloß nicht mehr als diese Melodie halten) 
Frage der Woche: Ist Chris Rea schon losgefahren? (©BLCKMLK auf Twitter)
Bedauern der Woche: Ich hätte damals auf die grünen Männchen hören 
und mitgehen sollen (©eine Fuchsin auf Twitter) 
Stoßseufzer der Woche: 2016 ist so ein Jahr, bei dem man insgeheim darauf hofft, 
dass am letzten Tag Bobby Ewing unter der Dusche steht (©Micky Beisenherz auf Twitter)  
Dialog der Woche: Ich beim Italiener heute: Wie spricht man
 diese Speise aus?" Kellner: "dit is die 33"(©TGamay auf Twitter) 
Aufforderung der Woche: Jetzt macht noch jeder fix einen "ich habe meinen 
Adventskalender schon am ersten Tag geleert" Witzchen und dann
 ab aufs Sofa (©Zwiebelzwist auf Twitter) 
Erleichterung der Woche: Jetzt kommt wieder die Zeit, wo man froh ist, dass 
Wham nicht auch noch ein Osterlied gemacht haben, 
das wäre ja quasi durchgehend. ( ©Trixelinchen) 

Allen eine schicke zweite Adventwoche
Singt keine Lieder, die ich nicht auch singen würde. 

Und Tippfehler könnt Ihr heute erst recht behalten. Mit einem Gratis-Hatschi dazu 
Links wie immer auf Nachfrage. 



Sonntag, 27. November 2016

Serientipps der Woche:

 ganz up to date heute nur mit Updates:

Ja, diese Rubrik hat lange geschwiegen. Was nicht daran lag, dass wir plötzlich keine Serien mehr geguckt haben. Sondern eher daran, dass wir die zweite Jahreshälfte zunächst mit neuen Staffeln bereits vorgestellter Serien begonnen haben. Als da wären:

die zweite Staffel Bosch (Amazon Original):

nicht besser und nicht schlechter als die erste. Vielleicht einen kleinen Tacken besser, weil man sich an die kauzige Serienfigur des Hieronymus Harry Bosch schon gewöhnt hat. Der Ort der Ermittlungen erweitert sich um eins. Las Vegas kam dazu und richtig, der Thriller sucht sein Motiv im Casino Milieu. Die Story ist schlüssig, hat sehr wenig Längen und die Darsteller agieren durchweg professionell und glaubwürdig.

Empfehlung: Muss man nicht zwingend gesehen haben, kann man aber sehr gut sehen, um trübe Herbstnachmittage spannender zu gestalten.

die zweite Staffel Narcos (Netflix Original) 

hat Längen. Ist aber trotzdem gut zu schauen. Vor allem natürlich wegen Darstellern wie Wagner Maura und Pedro Pascal. Richtig witzig dabei waren vor allem die Tweets, die sich über Spoiler erregten, die von Escobars Tod berichteten. Zu schön. Narcos wird wohl auch weitergehen, fragt sich nur wie. Nun, da die Serie an Pablo Escobars Ende angekommen ist,

Empfehlung: Doch, doch. Sollte man gesehen haben. Die Serie fällt einfach so aus dem Rahmen und ist zugleich informativ und unterhaltsam, dass ich sie einfach als ein Muss empfinde.

die zweite Staffel Bloodline (Netflix Original) 

Ja, Ben Mendelssohns Präsenz der ersten Staffel fehlt. Flashbacks sind da kein ganz adäquater Ersatz. Chloe Sevigny fehlt mir ebenfalls schmerzlich. Die Handlung hat Längen und ist manchmal sehr weit hergeholt. Die Staffel endet mit einem der übelsten Chliffhanger aller Zeiten. Staffel 3 ist erst für Mai 2017 angekündigt. Verdammt lang hin.  Aber ich werde sie vor Staffelstart 3 noch einmal sehen. Diesmal gemeinsam mit dem Ruhebewahrer. Der muss die Serie ganz unbedingt auch sehen.

Daher keine überraschende Empfehlung: Prädikat unbedingt empfehlenswert.  Ungelogen- noch nach Monaten denke ich immer noch über die Serie nach. Selten eine so intelligente Serie gesehen, die so in die Tiefe geht und - kleine Triggerwarnung - so an Tiefen rührt, die man eigentlich für vergraben hält.

die vierte Staffel House of Cards (Netflix Original ) 

ist besser als die dritte und nicht so gut wie die erste. Aber gut gemachte Unterhaltung und vor allem Robin Wright als Claire Underwood brilliert durchaus. Vor allem in der Interaktion mit dem Schriftsteller Tom Yates.  House of Cards ist ja fast schon Bildungskanon. Was für ein überholter, hat sich allerdings am 9. November gezeigt. Gegen den Trumpel wirkt Frank Underwood wie ein Waisenkind.

Trotzdem Empfehlung: Gucken. Kevin Spacey ist eben toll. Und der Rest des Cast auch.

Die Brücke, Staffel 3 ( ZDF, im streaming bei netflix ) 

Hach. Ach. Saga Norén. Was für eine großartige Serienfigur. Und so großartig gespielt von der Schwedin Sofia Helin. Also, wenn wir jemals ein Boot bekommen und es nach mir geht, dann würde ich das Boot so nennen. #Ausgründen sozusagen. Jedenfalls war ich skeptisch, bevor wir Staffel 3 geschaut haben. Bekam Saga doch einen neuen dänischen Partner. Und eigentlich war man ja immer auf und an der Seite von Martin Rohde. Aber - der Neue (großartig gespielt von Thore Lindhardt) ist noch besser. Und die Chemie zwischen den beiden schwierigen Charakteren stimmt um ein Wesentliches mehr. Der eigentliche Plot ist verwirrend, düster und beklemmend wie gewohnt. Aber diesmal wird auch das Leben der beiden Hauptakteure mit eingebunden. Etwas, was mich für gewöhnlich stört. Hier aber genauso genial beiläufig eingebunden wie die Geschichten anderer Beteiligter und für eine ganz neue Tonlage in der Brücke sorgend, die - man merkt es erst jetzt so richtig - in den vorhergehenden Staffeln echt gefehlt hat.

Empfehlung: Ganz unbedingt. Die dritte Staffel ist erstaunlicherweise die bisher beste der Reihe. Funktioniert auch ohne Kenntnis der vorherigen Staffeln. Aber auch diese absolut empfehlenswert.      
Und im Moment? na, Ihr wisst schon! Stars Hollow ! Gilmore Girls - a Year in the Life. Netflix Original.  Soviel kann ich spoilern: Ach, Hach. Ach. Freut Euch einfach drauf.

Ach - und noch eins. Sagt nicht, ich hätte es Euch vorenthalten. Herr Drachentöter, Aufmerksamkeit bitte!  Die Sissi machte wiederum mich darauf aufmerksam. Zeitgleich mit der Rückkehr der Lorelais kommt auch noch eine andere Serie zurück: The Affair. Staffel drei. Seit dieser Woche im amerikanischen TV und wochenweise mit einer neuen Folge bei Amazon Prime exclusiv. Ich werde aber wahrscheinlich erst schauen, wenn alles drin ist.

Freitag, 25. November 2016

T.G.i.F. - Stars Hollow und andere (Vor-)Freuden

Tach auch Liebeleins. Allet schick und schön soweit? Sonnenschein allüberall? Hier jedenfalls ist das Wetter prima, kalt zwar. Aber dagegen kann man sich ja anziehen. Oder sich warme Gedanken machen. Ist mir jedenfalls lieber als dieses feuchtwarme Niesel-Drecks-Wetter der letzten Wochen.

Und? Alle den Ge-Trump-el Schock überwunden? Nee? Ich auch nicht. Je mehr Zeit ins Land geht, desto wütender werde ich. In Gefühlsunion mit Resignation. Letzeres vor allem auch, weil es einfach unfassbar ist, wie bräsig nichtsmerkende Politiker hierzulande weitermachen. Da wird mal eben der neue Grüßaugust am grünen Tisch ausgekungelt. Nix mit eine Wahl haben. Und so weiter und so fort. Und in Amerika sitzt bald ein Wahnsinniger am roten Knopf. Um es mit Frau Jahnke zu sagen: Da gibbet nix zu beschönigen. Ett ist Scheiße und et bleibt Scheiße. Und es wird noch viel scheißiger werden. Hört auf meine Worte. Wie auch immer. Ziehe ich meine ganz eigene, ganz persönliche, ganz egoistische Konsequenz und konzentriere mich auf mein Leben. Und die schönen Momente darin. Die Nerven, hier politisch zu werden, muss ich mir erstmal wieder erarbeiten. Tjanun.

Hier war einiges los. Wir waren nicht in New York, ich berichtete. Hätte man wissen können, dass mit New York im Moment nichts zu reißen ist, s.oben.  Am Wochenende davor waren wir mit Freunden in Emmerich, Vattern und Vatter Rhein besuchen. Natürlich wurde auch der Pommesäquator überquert und das äußerst erfolgreich. Nicht nur shoppingtechnisch. Wir entdeckten auch noch den bislang unbekannten Bruder von Asterix und Obelix und durften aufatmend feststellen, noch hat der political-correctness-Wahn die beste Stadt der Welt nicht völlig im Griff. De zwarte Piet lebt. Doppelt und dreifach.




           
Stammtisch hatten wir, ganz nett und unspektakulär. So wie es sein soll. Sowie Mädels-Treff der alten Bronx-Besetzung. Auch da, wie es sein soll, nett und unspektakulär. Und im Kino waren wir. In Radio Heimat. Und fanden es richtig, richtig gut. Wir haben gelacht, wie waren gerührt und datt Blach hat gelernt, watt Klammerblues ist. Mehr kann man von einem Abend doch nicht verlangen! Heimat ist eben doch eine Lösung. Hier bei uns innem Pott auf jeden Fall. (Kritik kommt noch in den Revierpassagen )

Die Aussichten sind ebenfalls gut. Sehr gut. Längerfristig und kurzfristig. Langfristig haben wir die Boote klargemacht für 2017. Wenn der Urlaubsplan schon mal so früh steht. Jedenfalls heißt es wieder Leinen los, Limanda. Zwei volle Wochen. Und im Mai gibt es noch ein Tussendoortje auf dem Wasser. Als Familienausflug. Mit vorfreudigem Schwager und skeptischer Schwägerin. Wird spannend. Kurzfristig freuen wir uns auf das Weihnachtskonzert en famille. Traditionen wollen ja gewahrt sein. Dieses Jahr dürfen Bastille in die Fußstapfen von DTH treten  Freue ich mich total drauf.

Meine Begeisterung für deren Musik hat sich trotz Hörens in Dauerschleife noch nicht gelegt, ganz im Gegenteil. Irgendwie ist es das erste Mal seit Ewigkeiten, dass ich eine neue Band richtig, richtig großartig finde. Je länger ich das höre, desto mehr habe ich das Gefühl, dass Bastille die logische Weiterentwicklung der Musik machen, die ich immer gemocht habe und die ich mangels anderer Ideen mal unter dem Genre "Alternative" zusammenfasse. Zumindest kategorisiert Amazon alles, was ich mir in die Musikbibliothek runterlade, so. Eigentlich wolle ich ein Video verlinken, aber ich kann mich nicht für eines entscheiden, Stöbert halt selbst mal. Und für den Herrn Spieler: Es gibt sogar ein Lied über Laura Palmer von Bastille! Die sind nämlich erklärte Twin Peaks Fans!

Und worauf ich mich noch freue wie verrückt? Today ist the day. Heute abend werden wir die Rückkehr nach Stars Hollow zelebrieren. Gilmore Girls - a year in the life ist seit heute morgen online. Und ich olle Spoiler-Tante muss mich extremst beherrschen, um mir nicht die letzten fünf Minuten der aller, allerletzten Folge der neuen Staffel anzusehen, um endlich zu wissen, wie der berühmte bisher nicht gesagte Satz lautet. Aber keine Sorge, liebe Sissi und andere. Ich werde niemanden spoilern. Versprochen. Ich halt die Klappe. Von anderen Serien-Fortsetzungen hingegen werde ich noch berichten. Wir haben einige Folgestaffeln durch. Update ist in Arbeit. Doch vorher eure wie immer up to date seiende

Statistik: 

Vorfreude der Woche: Where you lead I will follow. ( ja, ich weiß. Ich nerve.
 Aber ich freu, freu, freu mich so darauf heute abend ) 
Beobachtung der Woche: Es wird Winter. Der Nordeuropäer zieht sich 
ins Internet zurück. (©dieMim auf Twitter) 
Stoßseufzer der Woche: Wenn man Karl den Käfer gefragt hätte, 
wäre die Welt besser (©Paul Fauser auf Twitter) 
Diskrepanz der Woche: Die Afd erklärt eine intakte Familie zum primären Lebensziel.
 Die Frage ist aber: Wie intakt ist eine Familie, in der jemand
 AfD wählt? (©die Heuteshow auf Twitter) 
Suchspiel der Woche: An die Follower, die südöstlich von mir wohnen: Eure Sachen
 liegen in meinem Garten. Ich fahr jetzt nordwestlich, um meine Sachen 
zu holen. (Rimi1812 auf Twitter) 
Bestätigung der Woche: "Wo warst Du, als der 1000ste Tatort gesendet wurde?"
 "Auf Netflix" (©Alf Frommer auf Twitter und ja, wir auch. ) 
Bedauern der Woche: Früher war alles besser. Sogar die "scheiss Musik" war besser. 
Wir hatten ja keine Helene. Unsere Helene war Marianne. (©PunkMetalOma auf Twitter) 
Wahrheit der Woche: The truth about elections: Candidates win. Voters don't 
(©der Twitter Account Frank Underwood) 
Erkenntnis der Woche: Erinnert sich jemand an Danny Glover und sein
 "ich bin zu alt für diesen Scheiß?" - So geht es mir immer öfter. (©derSpieler7 ) 

Allen ein schickes Wochenende. 
Spoilert nichts, was ich nicht auch spoilern würde. 

Wie immer gilt: Wer Tippfehler findet, kann sie behalten. 
Weitere Links auf Nachfrage 


Sonntag, 20. November 2016

Wären wir besser nicht noch niemals in New York gewesen

Was.War.Denn.Das? Eine Runde Ich war noch niemals in New York und ich hatte noch niemals Gesangsunterricht?*

Die Schockstarre lässt langsam nach, ganz langsam. Aber immerhin so schnell, dass ich darüber berichten kann. Die Twittergemeinde weiß ja schon Bescheid. Im Rahmen der "endlich werden alle Geburtststagsgeschenke eingelöst" Aktion waren am Freitag die liebe Trixelinchen, ihr Mann, der nie schreibt, der Ruhebewahrer und ich im Essener Colosseum zum Musicalbesuch. Zwei Jahre, nachdem ich auf einem der letzten Konzerte von Udo Jürgens war, wollten wir mal schauen, wie so die Lieder im Musical "ich war noch niemals in New York" weiterleben. Fazit: Der arme Udo muss sich wie ein Ventilator in seinem Grab drehen (©Trixe) .

Gut, wir wissen: Udo Jürgens hat das Musical noch gesehen und auch authorisiert. Das kann man vielleicht, mit viel gutem Willen noch nachvollziehen. Trotz ganz dünner Story, ganz mühsamem, an allerdünnsten Haaren herbeigezogenem Bezug zu den Liedern, trotz Plattwitzen aus der Abteilung Niveau ist aus. Aber gut: Udo Jürgens war zuallererst Entertainer im Wortsinne. Wenn einer wusste, was das Publikum will, dann war er das und er hat es ihm (auch) gegeben.  Aber er hat garantiert nicht die Besetzung gesehen, die man nun, da das Musical in diversen Städten nur zweumonatsweise gastiert, auf das Publikum los gelassen hat.

Die Aufführung war so schlecht, dass dagegen die Aufführungen der Literaturkurse der Jungs am Gymnasium im Nachhinein wie preiswürdige Festspiel-Beiträge wirken. Man weiß gar nicht, wo man anfangen soll. Vielleicht bei der grottigen Aussteuerung der Musik. Wobei wir oft genug froh darum waren, dass das Orchester unverdrossen die Sänger übertönte. Denn die waren alles - nur keine Sänger. (Bis auf die kleine Riege der Darsteller, welche die Schwule-Gemeinde verkörperten). Der Rest war Grauen. Ich persönlich weiß ja von mir, dass ich keine besonders gute Sängerin bin und aus diesem Grunde singe ich auch ausschließlich im Auto. Wenn ich alleine bin. Selbst bei den Geburtstagsständchen für Kollegen bin ich immer die, die nur ganz leise flüstert. Soll sich ja keiner beleidigt fühlen an seinem Ehrentag. Aber seit gestern überlege ich ernsthaft, das zu ändern. Wenn so etwas auf einer Bühne geboten werden darf, dann kann ich auch in Gesellschaft singen.

Es gab Mitwirkende, die haben keinen, ich wiederhole keinen Ton getroffen. Und die ließ man dann so wunderschöne Titel wie "wie könnt' ich von Dir gehe " oder das Titellied verhunzen. Bei der ersten derartigen Darbietung dachte ich noch, das gehöre auf irgendeine Art und Weise, die sich mir noch erschließen würde, zur Dramaturgie. Doch am Arsch die Waldfee. Die gemeinten Musicaldarsteller-Darsteller trällerten unverdrossen schmerzfrei weiter. Bei den meisten anderen war es Glückssache, ob vielleicht wenigstens ab und an zumindest der Refrain erkennbar war. Dass die Riege aber weit mehr als die Hälfte der Einsätze verpasste, war da auch schon egal, da man dauernd der Musik hinterher stolperte. A propos stolpern: das bißchen dargebotene Gehüpfe würde ich selbst in meinem hohen Alter noch besser hinkriegen. Aber ok, ich hatte ja auch lange Jahre Ballettunterricht. Einigermaßen erträglich war die Darbietung nur, wenn der ganze Chorus zusammen auf der Bühne war.

Ganz ehrlich - das war schlicht eine Unverschämtheit. Die Karten haben 76, in Worten sechsundsiebzig Öcken gekostet. Mit Rabatt wohlgemerkt. Zum Vegleich: Für das Udo Jürgens Konzert 2014 mit dem großartigen Pepe-Lienhard Orchester und sehr professionellen Gastsängern haben wir 39,90 bezahlt !! Und auch wenn wir das Konzert damals nicht als erklärte Fan-Girls, sondern eher aus nostalgischen Gründen besuchten, waren wir sehr beeindruckt von der 100igen Perfektion, die geboten wurde und die für Udo Jürgens so wichtig und typisch war. Perfektion gab es im Essener Colosseum auch - von den gut geschulten Angestellten der Locataion.

Die Aufführung n Essen war nicht nur eine Unverschämtheit, sondern auch eine Beleidigung eines künstlerischen Erbes. Warum trotzdem Teile des Publikum begeistert mitklatschten, können wir uns nur so erklären, dass wir die Pillenausgabe nicht gefunden haben.Ganz ehrlich? Dass das typische Musical-Publikum nicht den gleichen kulturellen Anspruch stellt wie vielleicht andere Theatergänger ist klar. Ist auch ok. Aber so etwas muss man trotzdem nicht aufbieten. Das ist schlicht und ergreifend respektlos, um nicht zu sagen Abzocke.  Wir werden jedenfalls nächste Tage erstmal noch die Udo-Jürgens-Doku gucken, die auf unserer Festplatte noch schlummert. Um den Liedern ihre Würde zurückzugeben. Und immerhin: Liebe ohne Leiden haben sie nicht verhunzt. Was aber daran lag, dass es nicht zum Repertoire gehörte

Stoßseufzer des Abends. Also ich weiß nicht warum, aber ich fand es 
echt nicht gut (© der Mann, der nie schreibt )
Antwort des Abends: Ich weiß warum. Weil es einfach nicht gut war. 
(©die Trixe und ich im "zwei Doofe, ein Gedanke Modus)
Trost des Abends: auch die schlechteste Veranstaltung wird mit den richtigen 
Menschen im Nachhinein noch sehr lustig. 

*getwittert vom Ruhebewahrer